
Heute von mir die Abschluss-Rede zur 13. Tantra-Lehrer-Ausbildungsgruppe, gehalten am 30. November 2008 in Bad Honnef:
Was ist die Essenz des Tantra?
Was ist der Kern dessen, was ich Euch in den letzten eineinhalb Jahren lehren und vorleben wollte?


Heute von mir die Abschluss-Rede zur 13. Tantra-Lehrer-Ausbildungsgruppe, gehalten am 30. November 2008 in Bad Honnef:
Was ist die Essenz des Tantra?
Was ist der Kern dessen, was ich Euch in den letzten eineinhalb Jahren lehren und vorleben wollte?


Ich bin jetzt 45 Jahre alt und verstehe immer mehr, dass es ab einem bestimmten Punkt im Leben nicht mehr nur um das Glück des eigenen Ich’s geht. Es bedeutet mir immer weniger. Es ist schön, sich neue Schuhe zu kaufen, es ist schön, ins Kino zu gehen oder in ein gutes Restaurant, es ist schön am Strand in der Sonne zu liegen, es ist schön, tollen Sex zu haben.


Kularnava-Tantra: Genuss auf höchstem Niveau

Mit 45
ist das Leben
(mit faulen Kompromissen)
vorbei!

Nach langer Zeit habe ich einmal wieder Hermann Hesse’s Siddhartha gelesen und bin auf’s Neue ganz begeistert: Nicht nur ist es ein Meisterwerk der Literatur- jeder Satz ein Genuss – gleichwohl können wir sehr viel daraus lernen.


Solang’ Du nach dem Glücke jagst,
bist Du nicht reif zum Glücklichsein,
und wäre alles Liebste Dein.
Solang’ Du um Verlorenes klagst,
und Ziele hast und rastlos bist,
weißt Du noch nicht, was Friede ist.
Erst wenn Du jedem Wunsch entsagst,
nicht Ziel mehr noch Begehren kennst,
das Glück nicht mehr beim Namen nennst,
dann reicht des Geschehens Flut
nicht mehr ans Herz,
und Deine Seele ruht.
Hermann Hesse
Ein wundervolles Gedicht tiefer Wahrheit von Hermann Hesse, dem Siddharta-Autor. So wahr wie es ist, reißt es manchen spirituell Suchenden in einen Konflikt:


Wer heute Tantra praktiziert, ist vielfältigen Anfeindungen ausgesetzt. Nicht nur dem tausendmal abgenudelten „Lieblingsvorurteil“ von Gruppensex mit Räucherstäbchen, sondern auch das der süffisant vorgebrachten Lächerlichkeit einer „Kama-Sutra-Schule“. Das hat soviel mit Tantra zu tun, wie ein Automobilclub mit einem Kochkurs. Tantriker sind scheinbar auch heute in der modernen Welt eine diskriminierte Gruppe, die von der konventionellen Gesellschaft wenig verstanden und gelitten ist, nicht viel anders als Schwule, Islamisten oder Schwarze. Es geht über offene Ablehnung bis hin zu den bunten Vorurteilen bis zum Lächerlichmachen dessen, was weder gekannt noch verstanden wird. Damit musst Du leben können, wenn Du Dich zu Tantra als Lebensweg bekennst. Du darfst da nicht auf gesellschaftliches Verständnis oder gar Anerkennung hoffen. Diese Anerkennung muss sich also aus einer anderen Quelle speisen. Und diese Quelle ist Deine stark empfundene Lebensfreude und Deine authentische Hingabe an eine göttliche Kraft, die Du in den Gruppen und Ritualen immer wieder spürst und in diesen Momenten der Schöpfung unendlich dankbar bist, dass Du leben darfst und diese ungeheure Schönheit wahrnimmst. Du weißt dann ganz tief und ganz sicher, dass sich nur für solche Minuten schon Dein ganzes Leben gelohnt hätte.

Eine neue Vision von Liebe und Sensualität

Hier bin ich Liebender, hier darf ich’s sein!
frei nach J. W. von Goethe

Meine Mutter sagt mir zwei wunderschöne Weisheiten am Telefon:
Wer die Erde nicht berührt, kann den Himmel nicht erreichen.
Dem Leben vertrauen, ein Ohr an die Erde legen, das andere am Himmel haben.Der Tantriker schaut nicht auf die Umstände, sondern auf den eigenen Gefühlszustand.
Wenn Du gelernt hast, Deine Schwingung zu verändern verändern sich automatisch auch die Umstände.Lucian
