Kategorie: Lucian’s Tantra-Essays

Lucian’s Tantra-Essays

  • Liebe Deine Füße!

     

     

     

     

     

     

    Liebe Deine Füße! (Ein persönlicher Erfahrungsbericht von Lucian)

    Tantra ist die Kunst, es sich gut gehen zu lassen. Ein Training in radikalem Wohlbefinden. Damit können wir bei unseren Füßen anfangen.

     Ich habe ein Erleuchtungserlebnis über meine Füsse gehabt.

    Über die Diagnose beim Orthopäden rechts Knick-Senkfuss und Schmerzen beim Laufen bin ich über das Internet auf die Ursachen gestoßen: Geschwächte Fußmuskulatur und falsche Belastung über Jahre. Ursache: falsche Schuhe mit Absatz und starre Sohlen, falsche Geh-Gewohnheiten sowie zu wenig Barfußlaufen über viele Jahre.

    So habe ich mir Five-Finger-Shoes von Vibram, Barfussschuhe wo jede Zehe getrennt ist, bestellt und bin das erste Mal damit gelaufen ohne Socken drin. Es war Wahnsinn! Schon das Anziehen, jede Zehe einzeln zu fühlen…so eine Freude bei jedem Schritt den Untergrund spüren und wie eine Fußmassage den Waldboden genießen. Blätter, Matsch, Steinboden, Steinchen, Äste….ich bin vor Freude extra auf jeden Stein gestiegen weil es so angenehm ist. Und: Ich bin das erste Mal wieder 8 Kilometer durchgejoggt ohne jedes Problem. Nicht in den Füssen, nicht im Knie, nicht in meiner gezerrtenWade (Muskelfaser-Riss vergangenes Jahr August).

    Das war eine Freude. Es war wie eine Neugeburt meiner Füsse, als ob sie das erste Mal wieder lebendig geworden sind. Es war wie neu auf die Erde Kommen, wo doch das Wurzelchakra seit meinem 49. Lebensjahr nochmal auf dem Programm steht bei mir: Erdung: körperlich, seelisch und geistig.

    Alle Schuhe mit Absätzen und hohen oder harten Sohlen machen den Fuß tot, weil er sich nicht mehr frei bewegt. Sie sperren den Fuß in ein Gefängnis, ebenso weil er eingezwängt ist und sich nicht mehr dem Untergrund anpassen kann. Die Zehen werden deformiert, das Längs- und Quergewölbe des Fusses wird geschwächt und senkt sich ab. Die Fußsohle und die Zehen haben viele feine Sensoren, die darüber hinaus dem ganzen Körper Rückmeldungen geben (Fussreflex-Zonen). Auch deshalb haben 50% der Menschen im Winter kalte Füße. Weil die Sensoren nicht mehr angeregt und stimuliert werden. Die Füße werden nicht mehr angeregt, nicht mehr mobilisiert. Auch die super-abgedämpften Nike-Schuhe sind insofern falsch für die Füße, weil der Fuß keinerlei Rückmeldung mehr bekommt und wir zwar scheinbar angenehm Schweben, aber durch die Absätze und die Mega-Dämpfung nicht mehr den Untergrund spüren und über die Ferse der Körper den Hauptstoß abfängt, besonders die Lendenwirbel.

    Und: Jetzt habe ich die Zuversicht, dass ich meine Füße und Knie und Rücken heilen kann, denn alles hängt mit der falschen Fußbelastung zusammen: Denn was am Fuß beginnt, wirkt weiter auf Knöchel, Knie, Hüftgelenke und jedes Wirbelgelenk des Rückens. Alles ist mit allem Verbunden im Körper.

    So bin ich im Internet auf die Ballengänger gekommen, die behaupten der beste Gang ist nicht das Abrollen über die Ferse, sondern den Fuß vorne locker runterzulassen und erst auf den Ballen zu treten und dann auf die Ferse. Das sieht sogar elegant aus nach etwas Übung.

    Die Kultur hat die Absatzschuhe entwickelt, aus Ego und Stolz. Der Mensch wollte größer sein, als er ist. Ein Produkt von falschem Stolz. So ist man barfuß oder nur in Socken oder mit den Barfussschuhen (z.B. auch von vivobarefoot) wieder in seiner echten Größe ohne Absatz und in Kontakt mit der Erde.

    Das erste Mal wieder richtig geerdet.

    Ich habe auch am Folgetag nachdem ich 8 km gejoggt bin mit Five Fingers keine Beschwerden gehabt und bin einen Schritt weiter gegangen: Ich habe 700 kg Sand barfuss von meinem Parkplatz auf das Rundbeet 20 Höhenmeter und 50 Meter Strecke höher getragen und bin am Nachmittag noch mit Five-Finger-Schuhen Basketballspielen gegangen mit Laufen und Springen.

    Am nächsten Tag nur Muskelkater in Waden und Hals Nacken (wegen Eimertragen Gewicht).

    Beim Barfuß-über-den-Rasen-gehen, habe ich mich dabei erwischt, wie meine Füße automatisch ohne bewusste Steuerung den Ballengang gemacht haben, bevor ich was im Internet darüber gesehen und gelesen habe. Das hat mich sehr überrascht und sehr begeistert, ich dachte: Hey, mein Körper hat ein Gedächtnis von Jahrmillionen Barfußlaufen ohne Absatz, die Füße kennen trotzdem noch den richtigen Gang. Und weil das Gedächtnis und Wissen da ist im Körper, kann man es sich langsam, Stück für Stück zurück erobern. Jedenfalls habe ich bei 2 Stunden Barfußgehen bemerkt, dass mein Körper meine Füsse VON SELBST ohne dass ich darüber nachgedacht habe auf dem weichen Rasen diesen Ballengang ausgeführt hat!!!! Trotz aller schlechten Zivilisationsgewohnheiten hat der Körper und die Füße also ein genetisches Gedächtnis der natürlichen gesunden Gewohnheit behalten ohne jedes künstliche Training. Wahnsinn. Das hat mich davon überzeugt, dass der Ballengang der Richtige ist nicht der Fersengang. Das will ich weiterführen und meine Erfahrungen damit machen. (Noch vor 7 Jahren habe ich einen Teilnehmer für verrückt erklärt, der den Ballengang predigte und sagte, der Fersenabrollgang sei nicht gut….)

    Und: Beim Barfußlaufen hatte ich auch keinerlei Beschwerden, die Füße waren am Vibrieren und Glühen. Ich habe vor dem Barfußlaufen noch Vaseline aufgetragen und nachher am Abend Aloe Vera.

    Liebevolle Pflege der Füße und neue Geh-Gewohnheiten, Stil und Mode, so kann ein neues Leben beginnen. Ich massiere schon lange meine Füsse jeden Morgen nach dem Duschen mit Eubos Urea 10% Creme, sie gibt den Füssen nur Feuchtigkeit und hält sie durch Urea. Nur das macht die Hornhaut weg, kein Hobeln. Der Kopf verneigt sich das erste Mal vor den Füssen.

    Auch die neu bestellte Matte Kybounder (eine kleine elastische Matte ähnlich einem Trampolin) ist gut. Neben dem falschen Schuhwerk und den falschen Gehgewohnheiten ist der Untergrund der Böden das nächste Problem der Zivilisation: Überall asphaltiert und betoniert, die Wege und Straßen und Plätze und in den Häusern keine elastischen Böden. So bekommen alle Gelenke beim Gehen mehr Schock und Stoß als in der Natur. Also ist auch der Kybounder gut und eben viel Barfußlaufen in weichen Böden der Natur auf meinem Rasen z.B. und auf meinen neuen Sandwegen auf dem Rundbeet. Weiter ist zu viel Sitzen ein Problem für Füße (keine Durchblutung) und Rücken, zu viel Druck auf Bandscheiben und Rückenwirbel sowie keine Mobilität. Dagegen können Arbeitsplätze auch im Stehen helfen und z.B. spezielle ergonomische Stehtische die wunderbar mit so einer Matte wo man ohne Schuhe draufsteht kombinieren kann. So können Arbeitsplätze mit viel PC und Telefonieren gesünder gemacht werden, zumindest öfter mal Wechseln zwischen Stehen und Sitzen.

    Und: Man kann den Ballengang nicht machen wenn man sehr schnell geht. Der moderne Zivilisationsmensch, (besonders ich selbst)  ist immer zu schnell gegangen und mit zu großen Schritten. Das geht nur über Fersengang. Beim Ballengang muss man langsam und ruhig gehen. (oder eben gleich Rennen, weil Rennen immer über den Ballen geht).

    Das war sowieso mein psychosomatisches Thema, langsamer gehen, und kleinere Schritte machen.

    Barfuß-Schuh-Tester in Videos fanden die nicht so gut nach Tag 1:

    Das Problem: sie haben geistig den Sinn nicht richtig verstanden und so nicht auch dem Körper die Eingewöhnung über ein paar Wochen gegeben. Es gibt auch Kyboot-Schuhe, die haben eine rückfedernde Matte im Schuh. Gut dabei ist die Arbeit des Fußes! Er wird aktiviert, aus dem Winterschlaf erweckt.

    Über Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage….und: Kinder, nicht nachmachen! J

    Will sagen, das sind meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse. Das muss jeder für sich selbst ausprobieren und vor allem nach und nach langsam und allmählich steigern, weil der Körper sich komplett an die neuen Geh-Gewohnheiten anpassen muss nach Jahrzehnten anderer Belastung. Es werden ganz Muskelgruppen ausgebildet Jetzt kommt die warme Jahreszeit, gut zum Ausprobieren. Liebet Eure Füße!

  • Die 10 Eigenschaften eines wahren Tantrikers einer Tantrikerin

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    Die 10 Kennzeichen eines wahren Tantrikers sind:

    1   Friedfertigkeit

    2   Vergebungsbereitschaft

    3   Ich-Losigkeit

    4   Gleichmut in Gegenwart von Ritual-Partnern (nicht Gier, nicht notgeil)

    5   Der Tantriker ist wie ein Löwe bei der Arbeit = voller Einsatz!

    6   voller Witz im Umgang mit seiner Frau, seinem Mann

    7   handelt öfters wie ein Kind oder wie ein Irrer (= irrational aber   

         authentisch und weise) folgt den Impulsen der Intuition göttlichen

         Eingebung

    8   in kindlicher Stimmung zeigt er sich manchmal frivol

    9   manchmal naiv

    10 manchmal zeigt er die Kraft eines jungen Mannes oder einer jungen  

         Frau egal in welchem Alter

  • Tantra: Wofür ist Sexualität gut? 6 Benefits von Sex

    Tantra für Gruppen, Tantra-Kurse, Verführung

    Wofür ist Sexualität gut?

    1 Sex befreit von Stress

    2 Sex drückt Liebe und Zuneigung aus

    3 Sex kann zur körperlichen und seelischen Heilung dienen

       (Sex kann missbraucht werden, um Abhängigkeiten zu schaffen,

        für Machtspiele oder des Geldes wegen)

    4 Sexualität dient zur Energieübertragung von einem auf den anderen   

       Menschen

    5 Sexualität ist Wissensvermittlung

    6 Sex dient der Erlangung und Erforschung höherer Bewusstseins-Zustände z.B.

       „Ekstase“ oder „Glückseligkeit“

  • Tantra und die 5 großen Lebenslügen!

    Tantra und die 5 großen Lebenslügen

    Tantra und die 5 großen Lebenslügen!

    Ich habe keine Zeit

    Ich habe kein Geld

    Ich muss

    Ich soll

    Ich kann nicht

    Auch ich erwische mich immer einmal wieder beim Hereintapsen in diese  großen Fett-Näpfchen des Lebens.

    Ich habe keine Zeit

    Das erste ist die Aussage: „Ich habe keine Zeit.“ Das ist eine große Illusion. Ja, unsere Zeit ist begrenzt für das Leben in einem Körper auf dieser wundervollen Erde. Und: Die Zeit ist auf jeden Tag gesehen gleich begrenzt für uns alle. Wir alle haben diese 24 Stunden am Tag. Egal ob Millardär oder HartzIV, egal ob jung oder alt, egal ob in New York oder Buxtehude lebend. Und deshalb ist nie die Frage, Zeit oder nicht, sondern immer: Zeit – Wofür? Erst durch die Begrenzung wird die Zeit so kostbar und wertvoll. Und deshalb ist Visonsarbeit so wichtig. Nämlich, für jeden herauszufinden, womit Du diese Zeit ausfüllst, die Prioritäten, die du setzen möchtest, den Weg, der Deiner Bestimmung entspricht zu empfangen und zu sehen. Denn nur was Du innerlich sehen kannst, kann sich in Deinem Leben manifestieren.

    Ich habe kein Geld

    Das ist die Lieblings-Ausrede des Egos, dafür, seine Träume nicht zu verwirklichen, sondern sie auf eine unbestimmte Zukunft zu schieben. Eines Tages, wenn ich das Geld habe, werde ich….Doch das ist Unsinn. Anstatt auf „bessere“ Umstände zu warten, folgt Geld Deiner Entscheidung, was Du wirklich willst. Wenn Du Dich echt entschieden hast, folgt immer das Geld dazu. Oft aus den wunderlichsten und unerwartetsten Quellen. Du hast vielleicht deshalb kein Geld, weil Du nicht weißt, was Du willst. Also nimm Dein Geburtsrecht zu erschaffen und zu kreieren in die Hand und schreibe das Drehbuch für Dein Leben. Du bist der Regisseur, niemand anderes. Du hast die Freiheit, alles zu erschaffen, was Du Dir von Herzen und mit Leidenschaft wünschst. Das ist die tiefste Weisheit und Dein höchstes Recht als Mensch: Du bist dann frei, wenn Du weißt, dass Du frei bist und alles sein, tun und haben kannst, was Du wirklich willst. Gott freut sich darüber, wenn Du Dein Recht in die Hand nimmst und schenkt Dir alles, ohne moralisch zu bewerten ob das gut oder schlecht ist, was Du wünschst.

    Ich muss

    Das einzige, was Du wirklich musst, ist aufs Klo zu gehen, wenn Du zuvor gegessen hast! Du musst noch nicht einmal Atmen. Dein Körper macht es von selbst für Dich auch wenn Du schläfst.

    Etwas zu Müssen ist etwas für Anfänger, nicht für Dich, der Du den Weg bewussten Lebens schon länger gehst. Die Einflüsterungen und der Terror des Müssens sind die Stimme des Egos, das Dich in alten Strukturen und im Leid festhalten will. Immer wenn Du diesen Zwang spürst, etwas zu müssen, bist Du von Deiner wahren Natur getrennt. Immer dann erschaffst Du Stress und Fehler in Deinem Leben, die oft teuer und schmerzlich bezahlt werden müssen. Immer wenn Du sagst: „Ich muss…“, bist Du nicht in der Selbstliebe und tust Dir Gewalt an. Frage Dich also nie was Du musst, sondern nur was Du möchtest. Wenn Du spürst was Du möchtest und Dich dem entziehst, was Du scheinbar musst, beginnt ein ganz neues Leben.

    Ich soll

    Wenn Du aus dem Sollen lebst lebst Du aus der Moral von Erziehung, Kirche und Medien, die Dich den ganzen Tag berieseln und manipulieren. Spüre was Deiner echten Zuneigung entspricht. Du sollst nichts. Spüre die innere natürliche Moral Deines Herzens und lasse Dich davon vertrauensvoll führen. Daraus erwächst viel mehr Schönes. Alle Moral macht uns selten glücklich. Sollen suggeriert, dass es eine Moral gibt, die für alle gilt. Aber das entspricht nicht der Einzigartigkeit Deiner Person und Deines Lebens. Du bist anders! Du bist einzigartig! Was für andere gilt, ist für Dich noch lange nicht richtig und der Weg. Befreie Dich vom Sollen und Du hast mehr inneren Frieden und mehr Freude im Leben.

    Ich kann nicht

    Sage nie mehr: „Ich kann nicht!“ denn es ist ein Lüge. ‚Ich kann nicht‘ heißt, dass Du nicht daran glaubst, oder etwas noch nicht genug geübt hast oder es nicht willst. Ich-kann-nicht, ist Opfer-Mentalität. Ich-kann- nicht, ist Baby-Bewusstsein. Nur Babys können z.B. noch nicht Laufen oder noch nicht Sprechen oder sich nicht selbst ernähren etc. Als erwachsener Mensch mache Dich nicht zum buckligen Versager, zum Zwerg Deiner Ängste, sondern glaube an Deine göttliche Macht, etwas zu erschaffen. Alles was Du wirklich willst, wirst Du können. Nicht immer sofort aber nach einer gewissen Zeit. Alles, was Du liebst, was Dich wirklich begeistert, kannst Du sehr schnell lernen. Lerne nichts, was Du nicht liebst. Dafür ist das Leben einfach zu kurz.

    Den 5 grundlegenden Lebenslügen stelle ich 5 Wahrheiten gegenüber:

    Ich habe immer genug Zeit für alles Wesentliche.

    Ich habe immer genug Geld zur Erfüllung aller meiner Herzenswünsche.

    Ich darf alles sein, tun und haben, was ich wirklich wünsche.

    Ich habe von Gott das Recht bekommen, alles zu dürfen, was meiner Seele entspringt.

    Ich kann alles, was ich wirklich will.

    Sei ab sofort achtsam in Deinen Gedanken und Deiner Sprache und benutze nie mehr die Worte: ‚Ich kann nicht‘, nie mehr die Worte ‚Ich habe das Geld nicht dafür‘, nie mehr die Worte, ‚Ich habe keine Zeit‘, nie mehr die Worte, ‚Ich muss‘ und nie mehr die Worte, ‚Ich soll‘.

    Sondern:

    Ich will

    Ich möchte

    Ich kann

    Und: Geld spielt für mich keine Rolle. Ich habe immer mehr als ich brauche. Fokussiere niemals auf Geld, weil Geld keine Vision ist. Fokussiere auf das, was Du liebst.

    Ich habe Zeit. Wenn ich jeden Augenblick in der Gegenwart verbleibe, lebe ich in der Ewigkeit. Glaubst Du das in der Ewigkeit, Zeit eine Rolle spielt?

    Denn Worte und Gedanken haben Macht und steuern Dein Leben. Wenn Du andere Worte wählst, dann wirst Du andere Realtiäten anziehen. Das ist die Kraft des Mantras.

  • Tantra und die Eifersucht – Liebe als Besitz oder Liebe in Freiheit und Vertrauen?

    Tantra und die Eifersucht

    Heute morgen habe ich zum Thema Eifersucht Gutes von meinem geliebten Meister Ramakrishna gelesen (der größte indische Heilige des 19. Jh.).

    „Selbst wenn man Erkenntnis erlangt hat, taucht dieses Ichbewusstsein wieder auf, niemand weiß woher. Man träumt, dass einen ein Tiger verfolgt und fressen will, dann wacht man auf aber das Herz klopft noch heftig. All unser Leiden ist auf dieses ‚ich‘ zurück zu führen.“

    „‘Ich und Mein‘ das ist Nicht-Erkenntnis. Mein Haus, mein Reichtum, mein Wissen, mein Besitz – die Einstellung, aus der heraus solche Dinge gesagt werden, stammt aus Nicht-Erkenntnis. Die Einstellung aus Erkenntnis lautet im Gegensatz dazu: „O Gott, Du bist der Herr und alle diese Dinge gehören Dir. Haus, Familie, Kinder, Freunde – sie alle gehören Dir.“

    Liebe Leserin, lieber Leser, das ist sehr, sehr tiefe Wahrheit. Darum sage ich Dir, dass ich frei bin. Mich hat es irgendwann innerlich geekelt, zu sagen, „meine Frau“, „meine Kinder“ und dennoch sorge ich im Alltag für alle meine Lieben als ob sie das Teuerste wären, so gut ich kann.

    Doch eine Anhaftung wirkt nicht gut. Durch die Trennung von zwei Familien einschließlich Kindern habe ich vor vielen Jahren sehr leiden müssen. Ebenso durch die Tatsache, dass ich nach der Scheidung wenig Zugriff auf meine Kinder hatte….dann habe ich irgendwann erkannt, dass die Große Göttin mir etwas anderes bestimmt hat, als die „heile“ Familie. Ich habe erkannt, dass die Kursteilnehmer genauso meine Kinder für mich sind und ich sorge mit genauso viel Herzblut für sie und real verbringe ich sogar mehr Zeit für und mit meinen Teilnehmern als für und mit meinen leiblichen Kindern. Es ist meine Bestimmung so. Und ich habe es angenommen.

    Menschen im Gefühl als Besitz zu betrachten ist zwar üblich, weil es dem EGO Sicherheit schenkt, führt aber später erst zu Öde und Langeweile dann unausweichlich zu Schmerz und Leid.

    Herkömmlich betrachten Menschen die Ehe, die Mann-Frau-Beziehung so:

    Wenn Du mich liebst, erfüllst Du alle meine Bedürfnisse. Und wenn ich Dich liebe, erfülle ich alle Deine Bedürfnisse.

    Wenn aber einer anfängt, – weil er seiner Wahrheit treu ist, nicht mehr alle Bedürfnisse des anderen zu erfüllen, schreit der andere auf…‘Du liebst mich nicht mehr‘ und er fällt in ein Loch, weil Ego-Teile sterben….

    Das Gleiche geschieht, wenn der andere Dir nicht mehr so viel Aufmerksamkeit schenkt wie in der Anfangszeit der Verliebtheit, dann stürzt Du ab.

    „Wenn Du mir nicht mehr diese besondere und viele Aufmerksamkeit schenkst,

    dann hasse ich dich. Und Du bist ein Schwein!“ Das nennt man auch Eifersucht.

    Anfällig für Eifersucht sind nur Menschen, deren Erwachsenen-Ich schwach ist

    und die sehr leicht in das verletzte Kind-Ich fallen. Das ist fatal und hat mit Liebe im Eigentlichen nichts zu tun, nur mit unverarbeiteten Kindheits-erlebnissen Traumata und Neurosen, mangelndem Selbstwertgefühl. Und diese unverarbeiteten Erlebnisse führen zu Gewalt-Tätigkeit in seelischer oder physischer Form.

    Exklusivität in der Liebe ist der Impuls des Egos, den anderen besitzen und kontrollieren zu wollen. ‚Der andere darf nicht ohne mich und kontroll-los glücklich sein‘. Ein unreifes ‚Ich‘ braucht Kontrolle, um sich sicher zu fühlen.

    Das reife Ich vertraut auf die Göttliche Führung und das darin alles richtig und GUT ist. Wahre Liebe kann anderen immer ihr Glück gönnen und damit löst sich alle Eifersucht auf. Sie macht keinerlei Sinn. Und: Wenn der andere gehen möchte, weil er mich nicht mehr liebt, warum sollte ich ihn aufhalten? Warum sollte ich mit jemandem zusammen sein wollen, der mich nicht liebt und nicht gerne Zeit mit mir verbringt?? Das ist absurd. Es gibt noch 1000 andere, die mich lieben und als Wichtigstes steht die Frage nach der Selbstliebe im Raum.

    Man kann alles besitzen, nur nicht Menschen oder Liebe oder Glück. Und das gibt es nirgends zu kaufen. (Auch nicht bei Paarshit und den anderen Täuschungs-Portalen für Romantiksüchtige, Kontaktzombies, Autisten und Karriere-Junkies. Real trifft sich wirklich nur alle 78 Jahre ein Paar beim (Schnee-) Schippen zufällig.)

    Das Erkaufen der Liebe versuchen Menschen mit der Erschaffung der Ehe und der „Kisten-Beziehung“. Aus Angst vor Unsicherheit und Verlust versucht man das Versprechen der Komplettversorgung für immer vom anderen zu erkaufen.

    Doch Komplettversorgung kann a) nicht durchgehalten werden und b) ist dies Stillstand statt Entwicklung und Wachstum.

    Daher ist es in der neuen Welt wichtig, Beziehungen nicht auf Besitz sondern auf Freiheit und Eigenverantwortung aufzubauen.

    Keiner ist exklusiv. Die nüchterne und demütige Wahrheit ist: Jeder ist ersetzbar, weil in jedem anderen ebenso das Göttliche wohnt. Und weil andere Mütter auch noch viele schöne Kinder haben. Es ist unwichtig, ob Du die Essenz in einem Partner fühlst. Es ist einzig und allein wichtig, sie in Dir zu fühlen, immer. Und das geht nur über eine sehr innige Beziehung zum Göttlichen.

    Welchen Platz hast Du dem Göttlichen in Deinem Leben eingeräumt? Wieviel Zeit widmest Du ihm täglich?

    Für mich ist Gott wichtiger als Familie, Arbeit, Erfolg, Vergnügen, Geld etc.

    Und so habe ich mein Leben ausgerichtet.

    Darin liegt Schönheit, Frieden, Glück und unplanbar schöne Erlebnisse.

  • Liebe ist Egoismus!

    Liebe ist Egoismus

    Liebe Leserin, lieber Leser! „Liebe ist Egoismus!“ Das war der Knaller-Satz des Abschluss-Wochenendes unserer 21. Tantra-Ausbildung. Ein lieber Teilnehmer äußerte ihn in seiner Abschluss-Rede. Ich solle das so gesagt haben…(habe ich nie, aber vielleicht in ähnlicher Weise.) Der Satz ist sehr kraftvoll und echt krass. So viel Entrüstung er auslösen mag und wie provokativ er sich anhört…das ist Tantra, so wie es sein muss, Aufrütteln, Wachmachen, die eigenen Grenzen überschreiten. Dieser Satz fördert Wahrheit zu Tage. Insofern, dass wir so oft unsere eigene Göttlichkeit vergessen und so handeln und leben, als wenn alle anderen göttlich seien – nur wir selbst nicht – oder weniger wertvoll. Das soll nicht sein. Das ist nicht der Plan der Liebe der Großen Göttin. Es gibt drei Formen der Liebe:

    • Die Liebe zum Göttlichen
    • Die Liebe zu Dir selbst
    • Die Liebe zu den Nächsten

    Davon ist in meinen Augen die Liebe zu Dir selbst am Schwierigsten und am Wichtigsten in dieser Zeit. Denn erst darüber kommen viele zu der Liebe zum Göttlichen, welche die Essenz ist. Denn „Liebe Gott!“ oder „Du sollst Deinen Nächsten Lieben!“ funktionieren heute nicht mehr – als moralische Gebote, sie werden nicht mehr verstanden und umgesetzt.

    Rücksichtslosigkeit, Ellbogenverhalten, verletzendes Machtausüben, Gewalt und Zerstörung kommen nie aus Liebe zu sich selbst, sondern sind geboren aus Selbstverurteilung, Selbstabwertung verbunden mit Schuldgefühlen und Selbsthass.

    Hat der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt aus Liebe zu sich selbst den LKW in die Menschenmenge gesteuert? Oder aus tiefer innerer Schuld und dem Willen nach Selbst-Zerstörung? Wer mit sich selbst wirklich freundlich, ehrlich und warmherzig umgeht, wie könnte er anderen Böses zufügen? Das ist auch das Wort von Jesus, das wir neu verstehen dürfen.

    Ich bat meinen Schüler später „Liebe ist Egoismus“ noch weiter zu erläutern und er schrieb mir folgende, starke Worte, die ich selbst nicht besser hätte finden können.

    „Lieber Lucian, vielen Dank für dein Feedback. Ich fühle mich geehrt, Dir meine Gedanken und Erfahrungen mitzuteilen. Die egoistische Liebe ist die Liebe zu mir selbst, der Weg zu meinem Wesen. Sie ist die Verantwortung zu mir selbst, zu meinen Gedanken und Gefühlen. Sie macht sich bei mir hauptsächlich durch Stimmen bemerkbar. Am Anfang waren sie laut, damit ich sie höre, denn ich war vor einigen Jahren aus meiner Mitte gekommen, von mir selbst abgerückt. Die Stimme sagte mir:  „So geht das mit mir nicht weiter. Ich funktioniere nur noch und erfülle die Erwartungen anderer. So habe ich eine gut dotierte Führungsposition gekündigt und bin ins Sabbatical gegangen, ein Jahr Auszeit. Dies hat Mut und Entschlossenheit von mir gefordert. Den Mut, mich für mich zu entscheiden. Vor einiger Zeit hat mir jemand gesagt: „Mut ist, wenn die Vision größer ist als die Angst.“

    In dieser Zeit habe ich viel in mir gespürt und gehört. Die Stimmen waren anfangs stark und laut. Ich begann zu differenzieren, zwischen den lauten nach außen orientierten Stimmen – für den „kranken“ Egoismus aus dem Mangel heraus – und den etwas leiseren, für den „gesunden“ Egoismus zur Liebe zu mir selbst. Und ich folgte ihnen, was mich immer mehr in meine Mitte – und auch zu Dir, lieber Lucian – brachte. Ich trennte mich von Menschen, Organisationen und lernte ungute Verhaltensmuster loszulassen. Hier zitiere ich noch einen wichtigen Satz von Dir. „Es ist mein Recht, andere Menschen zu enttäuschen“. Ihre Erwartungshaltung nicht zu bestätigen und somit nicht „funktionieren“ zu müssen, genau das ist die egoistische Liebe zu mir.

    Diese drei Sätze:

    • Liebe ist egoistisch
    • Es ist mein Recht andere Menschen zu enttäuschen
    • Mut ist, wenn die Vision größer ist als die Angst.

    bilden ein wunderbares Dreieck, das mir hilft zu meinen Wesenskern zu kommen. Für mich ist das ein wunderbarer Rahmen, der in meinen Alltag eingeflossen ist. Die Stimmen sind mittlerweile sehr leise geworden und ich muss schon genau hinhören, was sie sagen. Es sind oft die kleinen Dinge im Alltag, die die Stimmen sagen, z.B. wenn sich jemand etwas von mir wünscht fühle ich zuerst und höre dann eine leise Stimme, die mir sagt, ob es mir jetzt guttut der anderen Person einen Gefallen zu tun, oder selbst für mich etwas zu tun. Wenn ich mich dann für die andere Person entscheide, so tue ich es mit Bewusstheit und damit ist es auch die Liebe zu mir selbst.

    Beispiele:

    Susanne hatte am der vorletzten Wochenende ein für Sie großes Problem. Maria hat Susanne daraufhin angesprochen gefragt, ob ich ihr helfen soll und mich auch gefragt. Ich spürte in mich hinein, ob es mir auch guttun würde. Und fühlte ein JA. So half ich Susanne und bekam durch ihre Reaktion ein sehr schönes Feedback und freute mich, dass ich ihr helfen konnte. Wir haben beide davon profitiert.

    Anfang des letzten Jahres fragte mich mein Chef, ob ich Interesse an einer Geschäftsführer-Position in Flensburg hätte. Ich spürte in mich hinein und hörte sehr schnell ein klares Nein. Dies teilte ich ihm mit und begründete es auch sachlich. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass diese Entscheidung aus beruflicher und privater Sicht die Richtige war. Früher hätte sich mein Ego darüber sehr gefreut und auch durchgesetzt.

    Meine Partnerin Maria lag auf dem Sofa und wollte mit mir kuscheln. Ich fühlte in mich hinein und hörte eine leise Stimme, die mir sagte, dass ich lieber etwas lesen möchte. Ich sagte es ihr und Maria war erstaunt. Ich ging lesen. Hinterher sagte mir Maria, dass sie es bewundert hat, wie klar ich für mich eingestanden bin. Ich fühlte beim Lesen, dass es für mich die richtige Entscheidung war und wurde auch hinterher dafür von Maria bestätigt.“

  • Tantra und der Tod von Fidel Castro – ein Nachruf in Liebe

    Tantra und der Tod von Fidel Castro

    Am Freitag, 24. November 2016 ist Fidel gestorben, der große Revolutions-führer, der Cuba veränderte gemeinsam mit Ernesto (Che) Guevara. Zu Lebzeiten war ich nie so gut auf Fidel Castro zu sprechen. Und ich habe als junger Mann Mahatma Gandhi verehrt, der gewaltlos durch die Kraft des Charakters äußere Umstände ändern wollte, nicht bewaffnet wie Fidel und Che.

    Doch mit dem Land Kuba und den Menschen verbindet mich ein tiefes Gefühl. In 14 Reisen lebte ich mit den Kubanern privat in ihren Häusern, sprach ihre Sprache, aß ihr Essen und erfuhr von ihren Freuden und Sorgen, tanzte und sang mit ihnen, trank mit ihnen Rum tauchte ein und spürte etwas von ihrem Blut. Ich habe nicht nur das Touristen-Klischee von Kuba erlebt mit Zigarren, Rum, Salsa und Mädchen, sondern auch die Schattenseite in den Hinterhöfen und auf der Straße. Ich erfuhr die Gedanken der einfachen Menschen.

    Fidel ist sowas wie die Identität und der Vater dieser Nation, mehr noch von ganz Südamerika. Als ich von seinem Tod hörte, setzte ich mich auf mein Bett und weinte spontan.

    Nein, ich bin kein Befürworter von gewaltsamen Revolutionen und meist ganz unpolitisch. Doch Fidel Castros Tod ist ein Verlust für die Welt, weil er innere Stärke gezeigt hat und Charakter als Idealist, als einer der vorangeht und als Visionär. Er hat dafür gesorgt, dass man an jedem Ort Kubas als Mann oder Frau ohne Angst auch nachts über die Straße gehen kann; ohne Angst vor Gewalt oder Diebstahl. Er hat die Kubaner zu friedlichen Menschen erzogen und dem Land eine Struktur und Ordnung gegeben. Das ist fast überall in Südamerika nicht der Fall. Und er hat dafür gesorgt, dass jeder Kubaner medizinisch kostenlos versorgt wird. Ebenso hat er für südamerikanische Verhältnisse ein relativ hohes Bildungsniveau geschaffen. Und es gibt in Kuba keinen nennenswerten Drogen-Konsum oder –Handel.

    Seine größte Leistung meine ich, war es aber, dass er geschafft hat, über 50 Jahre lang, als Anführer eines kleinen und sehr armen Landes der Großmacht USA nur wenige Kilometer vor seinen Toren zu trotzen und die Unabhängigkeit zu bewahren. Durch unglaubliche Intelligenz und immer wieder kluge Schachzüge hat er sich mit den richtigen Mächten verbündet, so  dass die USA das Land nie besetzen und einkassieren konnten. Durch seine flammenden Reden hat er Kuba moralisch unangreifbar zu einer Weltmarke geistiger Art gemacht. So hat er um die kleine Insel mit rund 12 Mio. Einwohnern einen geistigen Schutzwall gezogen, den niemand durchbrechen konnte. Er hat die Supermacht geärgert wie kein anderer auf der Welt. Und das nicht durch Macht und Militär sondern durch Klugheit und Taktieren – und durch seinen tiefen Glauben an seine Ideale und Visionen.

    Ja, Fidel hatte auch eine Schattenseite wie eben auch das ganze sozialistische System. Er hat Andersdenkende ins Gefängnis geworfen und freie Meinung unterdrückt. Er hat es nicht geschafft Cuba aus der tiefen Armut zu führen, aber das hat auch kaum ein anderes Land der Karibik und Südamerikas geschafft. Dennoch waren und sind Kubaner aufs Ganze gesehen glücklichere Menschen als z.B. Deutsche, die trotz des extrem hohen Wohlstands-Niveaus unter Sorgen und Zukunftsängste leiden und denen die ständige Unzufriedenheit ins Gesicht geschrieben steht. Und – ja – das Tragische am Sozialismus ist, dass man dort kein eigenes Geschäft aufmachen kann und Eigeninitiative und Verantwortung nicht belohnt wird. Aber das ist die Krux des ganzen Kommunismus. Nicht das Verschulden von Fidel – sondern liegt in der Schwäche des menschlichen Egos begründet, dass noch nicht reif ist für ein kommunistisches Paradies in dem alle gleich wohlhabend sind und keiner nach mehr Reichtum strebt als die anderen, sondern alle nach mehr Menschlichkeit. Was die Amerikaner „Demokratie und Freiheit“ nennen, ist in Wirklichkeit oft die Herrschaft der Dummen und das Diktat des Geldes. Es gibt in den USA keine religiöse und spirituelle Substanz, keine wahre Kultur jenseits vom Protzen mit äußerem Status und einer perfekt glänzenden äußeren Fassade. (Sogar in indischen Ashrams habe ich auf meinen Reisen amerikanische Yoga-Devotees getroffen in deren Reden jedes dritte Wort ‚Dollar‘ war.)

    Der Schatten der USA – Gewalt und Todschlag auf den Straßen, jeder besitzt ein Gewehr aus Angst, umgebracht zu werden. Mit der modernen Kolonialisierung anderer Länder durch die USA wird auch genau dieser Schatten in die besetzen oder wirtschaftlich manipulierten Länder kommen. Der Präsident der USA hat keine Macht mehr, aber Großkonzerne wie Microsoft, Google, Apple, Amazon, Ebay, Facebook zwingen unter dem Deckmantel der Freiheit und Kommunikation der ganzen Welt ihren versteckten Raubtierkapitalismus mit gefühlloser Kälte und schonungsloser Härte auf. Sie verkaufen Dinge, die schädlich für Geist und Kultur sind und tun so als ob es die besten Errungenschaften der Menschheit seien, vor denen man niederzuknien hat. Ja ich spiele mit, benutze Google, doch ich brauche es nicht für meine Seele. Genauso wenig wie ich Facebook für Freundschaft und Verbindung mit Menschen brauche. Ich mache das nach wie vor persönlich und körperlich indem ich in Augen schaue mit Menschen spreche und sie umarme. Ich habe keine verkrüppelten Finger, weil ich den ganzen Tag auf einem Display herumwische. Ich weiß noch wie feuchte Haut riecht und spüre meinen Atem im Hier und Jetzt. Ich verstehe Menschen indem ich umarme, nicht in dem ich whatsapps verschicke den ganzen Tag. Das interessiert mich nicht.

    Zurück zum politischen Diskurs.

    Die Nachbarstaaten von Kuba, z.B. dominikanische Republik oder Haiti oder Puerto Rico, oder Jamaika,  die mehr oder weniger Satelliten-Staaten der USA sind, haben  neben wenigen Reichen ein Heer von genauso armen Menschen, wie es die Kubaner sind, mit dem Unterschied, dass dort die Kriminalitätsrate und Gewalt sowie der Drogenmissbrauch sehr viel höher sind.

    Und meist geht der Kapitalismus – das Streben nach mehr materiellem Wohlstand – einher mit dem Absinken von anderen kulturellen Werten.

    Der größte Schatz der Kubaner ist die Kultur ihrer Musik. Kein Land der Welt hat so viele Musikstile und Rhythmen hervorgebracht wie Cuba. Keines hatte so großen Einfluss auf alle modernen Musik-Richtungen der Welt, angefangen vom Jazz, der inspiriert wurde von Exil-Kubanern in New Orleans über Salsa und Cha Cha, Son und sehr viele Musikstile die hier keiner kennt. Ebenso die ganze Pop- und Rockmusik der modernen Zeit wurzelt in Kuba, weil genau dort als erstes die afrikanischen Rhythmen der Sklaven mit den Melodien der Spanier und Europäer zu etwas Neuem verquickt wurden. Kuba ist die Wiege der modernen Musik der Menschheit. (Vielleicht gab es die Hochkultur von Atlantis wirklich einst dort wo heute die Insel von Kuba liegt?)

    Ja, die Kubaner sind alle sehr begabte Musiker und Tänzer und Künstler und verstehen es den Moment zu feiern viel mehr als wir. Diese Schönheit des Lebens können sie die ganze Welt lehren.

    Ich sehe der sogenannten „Öffnung“ Kubas für die freie Marktwirtschaft und die Annäherung an die USA mit großer Sorge und auch mit Trauer entgegen, Trauer um ein weiteres verlorenes Paradies. Denn sobald die USA in Kuba einsteigen mit Tourismus und Investitionen in Joint Ventures – sieht Kuba aus wie jede Großstadt der Welt mit McDonalds und Cola und den Junk-Food-Gastronomie-Ketten….ein Sterben der kubanischen einzigartigen Kultur. Und alles wird sofort doppelt so teuer. Und es wird nicht mehr das soziale Element in den Familien so stark sein, die sich alle gegenseitig helfen, sondern es wird Neid und Gier zunehmen und jeder wird versuchen, sich so viel wie möglich vom neuen Kuchen zu sichern. Das könnte genauso wie in China enden. Staatsdiktatur mit einigen Millionären und einem Heer von Armen, die von ihren eigenen Landsleuten ausgebeutet werden.

    Das Schlimme, die meisten Kubaner selbst sehen das anders – auch verständlich weil so lange so arm. Sie haben kein anderes Bedürfnis als materiellen Wohlstand und blenden dafür alles andere erstmal aus. Ebenso wie so viele Länder der Welt schauen sie via Internet auf die Illusions-Kultur von New York als Leitbild und ahmen nach, was US-Amerikaner als Werte ansehen, die aber keine sind. Wer nur nach Dollars und Status strebt, ist in der Tiefe innerlich verunsichert und lebt aus der Angst heraus.

    Das einzige Streben der USA – wegen innerlicher Identitäts-Losigkeit – ist die Demonstration von äußerer Macht durch Hochtechnologie, Geschäftstüchtigkeit und Militärpräsenz. Das sind keine Werte. Niemand auf der Welt sollte sie anstreben, weil sie nicht zu Liebe, Frieden und Glück führen.

    Ein Amerikaner lebt an der Oberfläche und will für alles schnelle und einfache Lösungen. Das entspricht nicht der Wirklichkeit, die viel komplexer und tiefer ist.

    Ja, auch ich habe weder ein besseres System noch eine Lösung für das moderne Kuba. Letztlich entscheidet nicht das politische System sondern die Menschen die dort leben und ihr freier Wille.

    Was lernen wir aus dem Wirken von Fidel Castro? Und was hat das mit Tantra zu tun?

    Auch wir Tantriker sind Umstürzler und Revolutionäre, leben nach unserer inneren Wahrheit und schwimmen gegen den Strom. Wir haben Eigensinn wie Fidel und es ist uns egal was die Nachbarn, die anderen über uns denken und sagen.

    Wir Tantriker sind Idealisten und sehen ein Paradies vor uns, wie die Welt sein könnte. Das leben wir in unseren Zusammenkünften und Seminaren, wie eine ideale Kommune auf Zeit. Wir leben zwar in dieser Welt und doch wie auf einem anderen Planeten wo Liebe und Gemeinschaft und Lebensfreude im Überfluss strömen.

    Wir Tantriker sind Visionäre. Wir erspüren unsere Träume und Herzenswünsche und haben den Mut sie Schritt für Schritt umzusetzen, egal was andere denken, egal was alte Moral oder die ‚politische Korrektheit‘ uns verkaufen.

    Wir Tantriker sind FIDEL.

    „Lieber Fidel, die Große Göttin behüte Deine Seele. Mögest Du in Deinem Himmel glücklich sein auch wenn Du es nicht geschafft hast ihn ganz auf die Erde zu bringen. Möge Dein Vorbild uns immer ermutigen und Kraft geben, UNSERE Wahrheit zu leben und dafür einzutreten. Das braucht die Welt so sehr!

    Denn das kann keiner allein, da müssen alle mitmachen und unser Ich ist oft zu schwach. Die Liebe sei mit Dir!“

  • Tantra und die Wichtigkeit der Gemeinschaft, des Übens, der Lehre und des Dienens

    Tantra üben in der Gemeinschaft

    Es gibt im Tantra sechs wichtige Punkte, die alle mit dem Buchstaben „S“ anfangen. Das erste ist Sangha, die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Viele meinen, es reiche, seine Privat-Religion für sich im stillen Kämmerlein zu pflegen. Sie denken, es sei nicht nötig regelmäßig eine spirituelle Gruppe unter der Leitung eines guten Lehrers zu besuchen. Doch das ist töricht. Die Gemeinschaft ist eine unverzichtbare Stärkung und Inspiration für den Einzelnen. Nur sehr sehr wenige Ausnahmen schaffen eine Bergwanderung bis auf den Gipfel alleine ohne Begleitung. Vielleicht ein Mensch von einer Million oder weniger. Auch der spirituelle Weg ist manchmal so, als ob wir einen reißenden Fluss überqueren wollten. Die Brücke wurde weggerissen. Die Überquerung geht leichter, wenn wir es mit mehreren zusammen versuchen und jeder sich an den Nachbarn in einer Kette festhält. Wir müssen in der Gemeinschaft von den Erfahrungen und Verwirklichungen der anderen hören. Von den Älteren, die schon länger auf dem Weg sind können wir sehr viel lernen. Von den Gleichen spüren wir Verständnis und Mitgefühl, weil sie unter den gleichen Problemen und Schwierigkeiten leiden wie wir, das tröstet. Und die Jüngeren in der Gruppe, denen können wir Hinweise für ihren Weg geben oder als Vorbild und Beispiel voran gehen. Darum ist es für jeden Menschen so wichtig eine solche Gruppe zu haben. Wir bieten dazu das Energiefeld von Kularnava an mit vielen Veranstaltungen jedes Jahr.

    Das zweite ist Seva, der Dienst. Jeder Mensch muss und darf anderen dienen, ihnen helfen, sie unterstützen, um weiterzukommen. Der Tantriker sieht das Helfen aber in erster Linie nicht als soziale Tat, auch nicht als karitatives Helfen der „Rote-Kreuz-Schwester‘, sondern er macht diese selbstlose Arbeit für andere, um die Große Göttin zu erfreuen. Er macht es, um an ihrem großen wundervollen Spiel der Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung beteiligt zu sein. Er bittet die Große Göttin darum, Werkzeug und Kanal zu sein, für ihre Impulse der Wahrheit, die immer zu Frieden und Glück führen. Wenn wir das Dienen als Dienst für die Göttin verstehen, verhaften wir uns auch nicht den Menschen, denen wir helfen wollen, sondern bleiben mitleidslos und unverhaftet, innerlich frei. Wichtiger als die Resultate, die Ergebnisse, die Erfolge unserer Taten ist die Einstellung der Liebe mit der wir sie ausführen. Die Resultate liegen in den Händen der Göttin. Somit können auch Taten, die ‚umsonst‘ oder ‚für die Katz‘ waren, wie man so schön sagt, sehr sinnvoll und gut gewesen sein.

    Das dritte ist Sadhana, die Übung. Ein spiritueller Weg ohne Übung auch im täglichen Alltag, ist nicht fruchtbar. Nur durch regelmäßige disziplinierte Übung können wir Fortschritte machen, uns weiter entwickeln. Wenn wir nämlich nicht üben und auch gerade nicht in der spirituellen Gemeinschaft sind oder bei Heiligen oder hochstehenden Lehrern, fallen wir den alten Mustern unseres Ego wieder anheim. Diese Muster haben Macht. Sie sind die geballte negative Ladung unserer Vergangenheit, all die Illusionen und Süchte und Abtrennungen aus denen unser Ego besteht. Erst durch die Übung der Tantra-Rituale, Massagen, Meditationen, der Vereinigung, des Yoga, des Mantra-Singens, des Lesens und Studierens der heiligen Texte können wir uns diesen alten Mustern entziehen und sie für immer auflösen.

    Das vierte ist Ordnung. Sobald wir in einer spirituellen Gruppe sind, brauchen wir eine Ordnung, die aus Regeln besteht und ihrer Einhaltung notwendig macht. Ohne diese Regeln ist kein fruchtbares Gruppenleben möglich. Das schränkt zwar in kleinem Masse unsere Freiheit ein, schenkt uns aber die Bindung und Sicherheit innerhalb der Gruppe und tut der Seele gut. Revolutionäre sind einsam. Man feiert sie vielleicht dann und wann, man winkt ihnen nach, aber sie sind einsam. Darum lasse Dich in der Gruppe auf den Verhaltens-Kodex ein in Demut.

    Das fünfte ist der Lehrer. Ohne einen guten Lehrer kannst Du keine Fortschritte machen. Für alle Bereiche des Lebens, in denen wir etwas Neues lernen möchten, suchen wir Lehrer. Zum Lernen einer neuen Sprache für Segway-Fahren, für Salsa-Tanzen…aber bei spirituellen Themen haben wir Zweifel und Angst. Ist der Lehrer aufrichtig, authentisch, wahrhaftig und erfahren? Ja, prüfe den Lehrer genau bevor Du ihn wählst. Aber dann vertraue ihm 100% und folge in tiefem Glauben allen Anweisungen. Ihm darfst Du auch alle Deine allzu menschlichen Zweifel und Unfertigkeiten anvertrauen. Er wird sie kennen von seinem eigenen Weg. Versuche den Lehrer nicht zu belehren oder zu verbessern. Das ist die heilige Aufgabe für Dich selbst. Immer wenn Du andere versuchst zu verändern, veränderst Du Dich selbst nicht. Wisse, dass Du beim Lehrer bist, um Dich selbst zu verändern. Er weist Dir den Weg zur Freiheit und wird Dir sagen, wann die Lehre abgeschlossen ist und Dich entlassen. Bis dahin nutze den Lehrer als Bergführer und diene ihm mit Liebe.

    Denn das stärkt auch die Liebe zu Dir selbst. Verwechsle den Lehrer niemals mit einem abgelehnten Elternteil, mit dem Du noch verstrickt bist. Du bist erwachsen. Und der Lehrer ist es auch.

    Das sechste ist die Lehre selbst. Wir brauchen eine Gebrauchsanleitung für unseren spirituellen Weg. Eine Gebrauchsanleitung, die intelligent ist und auf viel Erfahrung beruht. Eine Gebrauchsanleitung, deren Sprache wir verstehen können. Wir sollten einer Tradition folgen, das ist intelligent weil von Tausenden Menschen zuvor erprobt. Wenn Du Dir ein Elektro-Auto kaufst, und da steht drin, es hat eine Reichweite von 300 km und dann muss es aufgeladen werden, fährst Du auch nicht 600km damit, sondern glaubst, was in der Anleitung steht. So ist es auch mit den Heiligen Schriften und Aussagen der erleuchteten Meister. Glaube es und setze es um. So bleiben Dir einiges Leid und einige Verwirrung erspart. Tantra lehrt: Es gibt nur ein Göttliches, aber viele Wege zu ihm. Dennoch sollte jeder einen Weg auswählen, der ihm liegt und ihn gehen.

  • Tantra ist Salz und Kranich und Huhn und Du

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    Ein Gleichnis von einem Meister:

    Wir alle essen Salz, weil es die meisten Speisen schmackhafter macht. Doch wer bedankt sich beim Salz? Wer preist es ‚Oh, das Salz im Essen war aber heute wunderbar.‘ Genauso sollten wir anderen Dienen. Dass ihr Leben reicher und schmackhafter wird, aber unsichtbar, wie das Salz. Ohne das Ego damit aufzublähen. Ohne Erwartungen von Lob und Anerkennung. Wir, die wir den Tantraweg gehen, sind das Salz im Leben von vielen anderen Menschen. Wir bringen ihnen Würze. Wir sind Vorreiter für ein freieres, der wahren Bestimmung hingegebenes Leben.

    Der Kranich steht oft lange auf einem Bein im Wasser. Er schnappt nicht nach den vielen kleinen Fischen, die unter ihm vorbei schwimmen. Er hat Geduld und wartet auf den Großen und schnappt sich ihn. So sollten wir uns nicht irre machen lassen von den vielen kleinen Alltags-Problemen, die unser Kopf produziert. Alles kann für das Ego zum Problem werden. Habe die Disziplin, keine Aufmerksamkeit in die kleinen unwesentlichen Dinge zu legen, ignoriere sie, gebe ihnen keine Gefühlsladung, sonder fokussiere auf die wenigen wesentlichen Dinge. Erfülle Deine Alltagspflichten, aber nicht zu viel und widme Dich in der restlichen Zeit dem spirituellen Weg. Verzettele Dich nicht in den 1000 Anforderungen die Menschen um Dich herum an Dich haben. Du hast keinerlei Pflicht, darauf einzugehen. Du musst ihre Egos nicht befriedigen. Du darfst „Nein“ sagen, unerreichbar sein und jeden Kontakt kündigen. Du bist frei. Du darfst Deine Aufmerksamkeit wegnehmen von unwichtigen Dingen.

    Die Henne pickt auf dem Boden, der voller Kieselsteine liegt, nach den Körnern. Sie pickt nicht nach den Steinen. Sie pickt nach den Körnern, weil sie nähren und gut schmecken. So wähle auch Du die Menschen aus, mit denen Kontakt pflegst, die schmackhaft sind und Dich in Deinem Weg und Leben inspirieren und unterstützen. Diesen wenigen Menschen gebe auch Du das Beste, was Du hast. Die Unterscheidung mit wem Du Deine Zeit verbringst, ist wichtig. Die Trennung von den Falschen macht zwar manchmal zuerst einsamer, aber hinterher glücklicher. Denn den Umgang, den Du pflegst, bestimmt, wie Du wirst. Du hast die Wahl. Schwingung steckt an. Suche Dir Schwingungen, die Dich heraufziehen statt herunterzuziehen.

    Komm in die Gemeinschaft von Kularnava – dort findest Du spirituell Gleichgesinnte in einer Atmosphäre einer sehr hohen Schwingung im Energiefeld der Großen Göttin. Zurück zum Glück!

    Und Du. Wähle den Weg bewussten Wachstums und Du kannst allen Schmerz und alles Leid auflösen.

  • Tantra und die schwarze Madonna

    Tantra – Die schwarze Madonna Tantraausbildung

    Ich sitze in der Toscana in wilder Landschaft auf dem Feld, meine Mal-Utensilien ausgebreitet, warte auf Inspiration, sie kommt nicht, bis auf ein schwarzes Gesicht mit rotem Mund, höre Musik eine Stunde lang und mache ein paar Skizzen auf Blätter…auf der letzten Skizze denke ich: ‚Das ist es‘ und mache mich an die Arbeit. Kämpfe 8 Stunden mit dem Bild, den Farben der Komposition, den Formen und dem Zuviel und zu Wenig… Nicht-Denken und Empfangen.

    Dann ist es vollendet und ich bin eins. Eine neue Göttin ist erstanden vor der ich mich lange verneige. Die Sonne geht unter, ich genieße eine meiner Cuba-Cigarren, gehe langsam, setze mich auf einem Hügel auf die Erde und darf den Sonnenuntergang genießen nur von Naturgeräuschen umgeben. Ich bin in Stille, ich bin einverstanden, ich bin in Ruhe. Es gibt jetzt keinen anderen Ort wo ich sein wollte. Kein Begehren ist da und keinen Wunsch. Ich bin einverstanden mit mir, mit aller Vergangenheit und Zukunft. Die Sonne geht unter und es wird Nacht, ich lege mich auf die bloße Erde auf den Rücken und sehe das Aufgehen der Sterne am Himmel, erst kommt nur einer, dann mehrere dann ganz Viele, Unendlichkeit.

    Ich sitze in einem italienischen Fischerdorf mit meiner wunderbaren Shakti beim Essen im Ristorante nachdem wir einen Nachmittag lang am Strand lagen und einmal ins Mittelmeer eingetaucht waren. Zuvor durfte  ich eine wunderbare Rücken- und Handmassage empfangen. Das Klima ist lau, wir sitzen auf erhöhter Terrasse und schauen dem munteren Treiben der Menschen zu, die abends, wenn es kühler wird, auf die Gassen kommen. Das Essen ist exzellent, der Weißwein fruchtig und kühl, da setzt sich ein Paar an den Nebentisch, die Frau hat missgebildete Arme, klein und verstümmelt wie bei einer Spinne…Mitten im vollkommenem Genuss überlege ich ob mir schlecht werden soll oder nicht…

    Die Göttin hat mir beides geschickt, die Lust, den Genuss und das Leiden. Die Hässlichkeit und Grausamkeit des Lebens ist in jedem Moment eingewoben auch in den Momenten des Höchsten Glücks.

    Ich wache auf früh morgens in einem kleinen badischen Dorf in der Pension Hirschen und laufe, da das Frühstück noch auf sich warten lässt, durch den Ort auf einen kleinen Hügel, wo ich eine Bank erspähe, die wie für mich gemacht ist, um den Sonnenaufgang über den dunstigen Feldern und sanften Erhebungen zu erleben. Dort mache ich meine Meditation, mein Japa (Wiederholen des Mantras mit Perlenkette). Welch‘ romantischer, perfekter Moment. Da rauscht ein großer lärmender und behäbiger Müllwagen an mir vorbei und zieht eine dicke Fahne von unsäglich morbidem und beißendem Müll-Gestank hinter sich her, der in meine Nasenhöhle aufsteigt….

    Ich sage mir: ‚Perfekt – und wieder grüßt mich die schwarze Madonna, zeigt mir wie eng Lust und Leid verknüpft sind und letztlich immer zusammen gehören.‘

    Wenn Du das Bild der „Maria Negra“ oben schaust, der schwarzen Madonna siehst du zwei Seiten. Die rechte ist lieblich und segensspendend, munter und erfrischend, rein, heiter und lieblich. Die Linke ist das Rot des Blutes, das Leid der Gescheiterten, Verrückten und vom Leid des Lebens Geschlagenen und Gestraften. Dort herrschen Tod und Verderben in Trauer und Verzweiflung. Die Hoffnungslosigkeit und Zerstörung anwesend.

    Dem geben die alten Inder als Göttin „Kali“ Ausdruck. Die dunkle Seite des Göttlichen – obwohl allgegenwärtig in unserem Leben wird im Westen verdrängt. Man versucht alles schön zu denken oder schön zu reden – oder verherrlicht die Katastrophe in medialen Orgien ohne einen Zusammenhang mit der Göttlichkeit oder Heiligkeit herzustellen.

    Dennoch sind es die zwei Gesichter des Göttlichen.

    Das grausame Gesicht und das segensspendende. Die Göttin der Schönheit und die Göttin der Zerstörung. Das gehört in der Ganzheit des Lebens in Wirklichkeit zusammen. Und was hat das alles jetzt mit Tantra zu tun?

    Wie im Yin-Yang-Zeichen ist in jeder schönen Erfahrung ein Punkt des Schmerzlichen und Schrecklichen enthalten. Und in jeder leidvollen verzweifelten Situation auch ein Punkt der Schönheit und Hoffnung und Stärke enthalten.

    Die tantrische Lehre für uns:

    Wenn wir die schönen Momente des Lebens, die mit Lust und Genuss verbunden sind, nicht zementieren wollen, sie festhalten, sie absichern, uns nicht krampfhaft anklammern wollen nach dem Erleben, vermeiden wir, dass sie in den Schmerz umschlagen.

    Andererseits, wenn wir im Leid und in Schwermut, Misserfolg und Scheitern, Verletzung, Schmerz, Verlust, Krankheit und Tod auch immer den lichten Funken des göttlichen Wirkens erkennen können, sind wir ein wenig befreit davon im gleichen Moment, fühlen keine Schuld mehr, sehen die Verwandlung und erkennen die Notwendigkeit, der Zerstörung zuzustimmen, damit das Neue, nach dem wir uns sehnen, kommen kann. Endlich.

    Das ist der tantrische Geist. Dem Leben und dem eigenen Wesen zuzustimmen wie es ist, nicht wie es sein sollte. Das ist die Hochzeit zwischen Himmel und Erde, das ist die Verwirklichung höchsten Bewusstseins, das ALLES eins ist.

    Dann klemmen wir nicht mehr in der Mausefall, nicht mehr in der Beziehungs-Kiste eingesperrt, nicht mehr mit goldenen oder rostigen Ketten an unsere Süchte gekettet.

    Dann erblüht unser Herz.