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Liebe Tantriker,

alles neu macht der Mai! Möge das unser Motto sein. Wie Ostern ist auch der 1. Mai aus der heidnischen Sicht ein Fruchtbarkeitsfest im Frühling. Nicht umsonst stellt der junge Bursche dem Mädchen einen Maibaum vor das Haus. So präsentiert er ihr symbolisch nichts weniger als den erigierten Lingam, bereit zur Paarung…

Im Tantra ist eigentlich das ganze Jahr 1. Mai, nur sind die Rituale stärker und frischer. Auch die liierten sind aufgerufen, alles neu zu sehen, ihren Partner, das Leben – und vor allem SICH SELBST neu zu erfinden!

Mit herzlich-tantrischen Grüßen aus Engelskirchen

Euer Lucian

P.S: „Die Liebe und der Tod kommen als ungebetene Gäste.“

Kularnava Tantra

Mai Tantra Essay von Lucian

Tantrische Mathematik: Liebe wird größer durch Teilen…

Ist das wirklich so? Nachlese von Ostern…

In der Welt wird das, was Du hast, durch Teilen weniger: Wenn Du drei Äpfel hast und diese durch 6 Personen teilst, bekommt jeder nur einen halben Apfel. Das ist die Welt der Mathematik. Doch in der Wunderwelt des Spirituellen und der Liebe wird das, was Du teilst mehr IN DIR.

Die Liebe, die Du freilässt, kommt zu Dir zurück – immer neu.

Die Liebe, die Du festhältst oder besitzen möchtest – flieht Dir.

Gott ist nicht jemand, der täglich kleine Liebespäckchen von 125 ml pro Person verteilt mit Liebestrunk. Nein, es ist nicht Capri-Sonne-Liebestrunk, den Du bekommst und es wird gesagt, Du mögest sparsam damit umgehen, weil Du sonst bald nichts mehr hast. Aber so gehen wir oft mit der Liebe um.

Doch die Liebe denkt nicht in Quantitäten. Sondern in Qualität und ist ein unerschöpflicher Quell. Es ist absurd zu denken, wenn Dein Partner einem anderen Liebe schenkt, dass dann für Dich weniger oder nichts mehr übrig bleibt. Sich mit sich selbst besser zu fühlen, hat nichts mit jemand anderem zu tun!! Das ist nur die Realität des verletzten kleinen Kindes, das sich im Glauben an den Mangel eingesperrt hat. So verkleidet sich Dein Ego und verschanzt sich dahinter mit (Ohn-)Macht und Gewalt.

Die Liebe vermehrt sich durch Teilen. Die Liebe ist freier als ein Vogel und kann nie eingefangen werden. Anstatt also täglich ängstlich auf Dein Tetrapak voll Liebestrunk vom Partner oder von Gott zu warten, lass Dich von der Großen Göttin an die Hand nehmen und gleich zum großen, unendlich großen Liebes-See führen. Dort kannst Du jederzeit und unbegrenzt so viel Liebe trinken wie Du willst. Das Wasser im See (die Liebe) wird nie weniger.

Ostern liegt hinter uns, das große Fest der Freude und des Besiegens aller Angst. Jesus hat gezeigt, dass man sich an die Quelle universeller Liebe ohne Angst anschließen kann. Die Botschaft von Ostern genauso wie von Tantra ist: ‚Säge von Deinem Kreuz nichts ab!‘ Das Kreuz, das jeder mit sich herumträgt, sind die Sorgen, die Ängste, die Schmerzen, eben die Baustellen, die wir alle haben, den Rucksack an Lasten der Probleme, die wir mit uns herumschleppen. Vom Kreuz nichts abzusägen und es zu tragen heißt, diese Last, diese Schatten anzuschauen, sie nicht zu verdrängen, sie nicht zu ignorieren, aber auch nicht davor zu fliehen oder sich zu betäuben. Tantra stellt sich auch dem Dunklen und durch das Licht der Bewusstheit löst es sich auf. Tantra lehrt: ‚Konfrontiere Dich mit Deinen Ängsten und Deiner Dunkelheit‘. Achtsamkeit und Mitgefühl mit Dir selbst lösen die Verhaftung an diese negativen kräftezehrenden Gedanken.

Danach kannst Du das ganze Kreuz von Deinem Rücken werfen. Du musst gewillt sein, das Gewicht von Deinen Schultern fallen zu lassen. Dann bist Du in der Leichtigkeit und Freude des Augenblicks. Mich hat in der ganzen Bibel diese Geschichte von Jesus im Garten Gethsemane ein paar Tage vor seinem Tod am meisten beeindruckt und berührt (Die letzte Versuchung Christi). Wie er verzweifelt ausrief: ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen…‘…wie der Übermensch, der Gottmensch Jesus noch einmal ganz Mensch wurde wie Du und ich mit Ängsten und Verzweiflung und Ohnmacht. Indem er sich das eingestand, ‚Ich habe solche Angst, ich zittere‘, hat er nochmal seine ganze menschliche Seite gezeigt. Im Angesicht des Todes, erlebte er ein letztes Aufzucken des Egos, bevor es sich für immer und vollständig auflöste. Danach war er frei von aller Angst, sowohl der Angst vor dem Tod, (diese liegt jeder Angst zugrunde) als auch der der Angst vor Schmerz und Leid. Als er am Kreuz hing und man ihm einen Stock mit einem Schwamm voll Essigwasser und Myrre reichte zur Schmerzlinderung, hat er nur seinen Kopf weggedreht. Er war schon für immer frei.

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