Der aktuelle Newsletter

Liebe Tantriker,

wenn Du Dich öffnest, Dein Herz weitest ist das anfangs oft schmerzvoll. Doch wenn Du verschlossen bleibst, in Deinem Ego gefangen, ist das einhundertmal schmerzvoller. Liebe ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung, nie mehr zu hassen, sondern die Projektion zurückzunehmen und sich selbst und allen mit mehr Freundlichkeit, Milde, Geduld und Wärme zu begegnen. Ich wünsche Euch allen tägliche Akte der Selbstliebe im November. Selbstliebe ist das ‚A‘ und das ‚O‘ des Tantra.

Mit herzlich-tantrischen Grüßen aus Engelskirchen

Euer Lucian

 

P.S: “Der Genuss von Maireza Wein kostet einen Kaulika nicht das Gleichgewicht; er stärkt vielmehr seine Konzentration so, dass er ohne weiteres auf einem Bein stehen kann!” (Kularnava Tantra, 5. Kapitel)

 

November Tantra Essay von Lucian

Tantra-Serie: geliebtes Ego – geliebte Illusion II

Die 14 Ego-Spiele

Ist Tantra ein Ego-Booster oder ein Ego-Shooter?

Blähen wir unser Ego auf oder lösen wir es auf durch die Tantra-Praxis?

Das kommt ganz auf die Benutzung an…

Damit wir auf unserem spirituellen Weg weiterkommen, ist es wichtig, die Funktionsweise des Egos anzuschauen und zu verstehen.

Denn so können wir unterscheiden und uns dem zuwenden, was wir WIRKLICH WOLLEN – Glück, Liebe, Seligkeit, Ekstase – und es SEIN.

Woran erkennst Du ob Du im Ego verhaftet bist = freiwillig eingemauert, oder im Göttlichen Selbst ruhst?

1) Das Ego gibt Dir das Gefühl von Abtrennung. Es wirkt immer auf Isolierung hin anstatt Einheit. Das gibt Dir danach das Gefühl von Verlassen-sein, von Alleinsein, Wertlosigkeit und Traurigkeit. Fokussiere anstatt dessen auf Einheit, Einssein allen Lebens und Mitfreude. Sage Dir: Ich bin vollkommen geliebt und angenommen. Mir ist für alle Fehler vergeben.

2) Das Ego trennt sich vor allem ab durch Projektion. Was Du in Dir selbst nicht leiden kannst und durch Verdrängung nicht siehst, wird in jemanden anderen hineinverlegt. Seine eigene Dunkelheit überträgt das Ego auf einen anderen Menschen. Das dient dazu, sich von dem Menschen abzuspalten. Wenn Du das bemerkst (meist mit starker Emotion verbunden), sage Dir: ‚Etwas davon ist auch in mir, wenn ich ehrlich bin und ich vergebe mir selbst dafür und dem anderen.‘

3) Das Ego lebt immer in der Angst. Vor allem in Angst vor Bestrafung. Das führt zur Vermeidung von Menschen oder Situationen oder zu Angriff oder Verteidigung. Es führt zu dem ständigen Gefühl, unter Druck zu stehen und nicht ganz entspannen zu dürfen. Das Ego meint, durch Über-Aktivität der Angst entkommen zu können. Lass nicht Angst die Triebfeder für Deine tägliche Arbeit sein, sondern die Lust am Schöpferisch-Sein. Das verändert etwas an der Qualität Deines Tages. Fokussiere anstatt dessen auf Vertrauen. Das ist so einfach und doch oft so schwer – aber es gibt keine Alternative. Vertrauen lernt man nur durch Vertrauen. Öffne Dich, atme tief und entspanne Deinen Beckenboden. Sage Dir: Ich bin getragen in den Armen der Großen Göttin, vollkommen geliebt. Ich bin das geliebte Baby der Großen Göttin!

4) Das Ego ist immer im Mangel. Es gibt Dir das Gefühl: ‚Genug ist nie genug.‘ Du wirst nicht satt. Daraus entsteht: Haben-Wollen und ‚Ich will mehr!‘ und die ewig nagende Eifersucht. Fokussiere anstatt dessen auf vollkommene Fülle und Überfluss. Sage Dir: Es ist genug für mich da und es ist immer da. Ich darf mir alles gönnen und anderen alles gönnen.

5) Das Ego lebt vom Besitzen und Festhalten, weil es Angst hat  zu verlieren. Es möchte nichts mit anderen teilen und ist stets geizig. Das führt zur Verschlossenheit und Panzerung von Körper und Seele. Fokussiere auf Sein in Fülle, dann hast Du auch alles. Gebe großzügig im Vertrauen in die Fülle. Das was Du gibst, wird mehr in Dir!

6) Das Ego fühlt sich gezwungen zu Lügen und Verbergen und Verstecken. Weil es Angst hat, die Wahrheit würde es selbst zerstören. Fokussiere auf Arglosigkeit und Schamlosigkeit des Kindes. Wahrheit ist Macht. Wenn es nicht gut wirkt, die wörtliche Wahrheit zu sagen, schweige.

7) Das Ego ist gewalttätig, geistig und körperlich. Es möchte angreifen und Krieg führen, weil es sich ständig bedroht fühlt. Es ist fixiert auf Zurückweisung Kampf und Vergeltung. Ohne Kampf verliert das Ego seine Daseins-Berechtigung. Fokussiere auf: Der beste Angriff ist gar kein Angriff. Die beste Verteidigung ist gar keine Verteidigung. Beschütze nur die Wahrheit und schweige ansonsten.

8) Das Ego möchte über alles urteilen, vergleicht ständig und verurteilt liebend gerne. Es konkurriert, anstatt zu lieben. Es ist immer im Wettbewerb von ‚besser‘ und ‚schlechter‘. Fokussiere auf das Mantra: „Es ist, wie es ist.“ Ersetze das Verurteilen einfach durch ehrliches Lob und aufrichtige Wertschätzung für das Schöne in anderen.

9) Das Ego möchte immer Rechthaben. Genieße Deine Souveränität wenn Du Dir den Luxus erlaubst, nicht Recht haben zu müssen. Danke Dir selbst dafür und lächle innerlich. Ersetze Rechthaben einfach durch Liebhaben.

10) Das Ego möchte immer jede Situation und jeden Menschen kontrollieren (aus Angst). Es möchte immer alles im Griff haben, um sich sicher zu fühlen. Das wird befördert durch die moderne digitale Welt, die die Illusion erzeugt, Du könntest alles im Leben kontrollieren und Dich absichern. Das soll Dir ein Gefühl künstlicher Macht verleihen. Alles Wesentliche ist nicht kontrollierbar: Liebe, Gesundheit, Glück. Fokussiere auf Hingabe und Gottvertrauen. Ich bin in Gottes Hand und werde immer zum Richtigen geführt. Genieße Kontrollverlust im Vertrauen.

11) Das Ego sagt Dir liebend gerne: ‚Du musst…‘ und ‚Du sollst…‘ oder ‚Ich kann nicht…‘ Entlarve dies als tiefe Lebenslügen, denn das leugnet Deine schöpferische Freiheit, mit der Du geboren wurdest aus göttlichem Willen. Es gibt nichts, das Du musst und es gibt nichts, was Du sollst. Du darfst selbst frei wählen, was Du möchtest. Ersetze es immer öfter durch: ‚Ich darf…“ oder durch: ‚Ich wünsche von Herzen…“ oder: „Ich kann alles, was ich will!“ sowie “Andere können alles, was sie wollen!“

12) Das Ego führt Dich gerne hinters Licht mit den Sätzen: „Dafür habe ich leider keine Zeit…“ und: „Dafür habe ich leider kein Geld…“ Durchschaue diese Lebenslügen, denn Du hast für alles Zeit, das Du wirklich willst und: Das Geld ist immer da, zur Erfüllung Deiner echten Träume und Herzenswünsche, denn Geld folgt liebend gerne guten Ideen – und zwar im Überfluss. ERschaffen heißt Lieben. Lieben heißt ERschaffen. Nichts ist schwierig, das voll und ganz ersehnt wird. Voll und ganz ersehnen, heißt erschaffen. Der Rest ist ein wenig Geduld und Zuversicht.

13) Das Ego zweifelt immer wieder an Deinem Weg, Deiner Bestimmung und Deinem spirituellen Weg. Das ist das größte Hindernis und der letzte Rettungsanker des Egos, um sein krankes Wesen zu erhalten. Kehre den Zweifel um, indem Du nicht mehr am Göttlichen zweifelst, sondern an den Einflüsterungen des Ego zweifelst. Glaube nicht mehr an die Stimmen der Einwände und Zweifel. Folge Deinem Weg. Meist bist Du richtig, wenn Dein Umfeld sagt: Du bist wohl verrückt!

14) Das Ego hält Stille und Nichts-Tun nicht aus. Es möchte ständig geschäftig sein. Aktivismus ist die größte Passion des Ego. Leere ist für das Ego Untergang. Fokussiere auf köstliche Muße, erlösende innere Stille und nährenden Frieden. Gönne Dir so viele Pausen wie Du willst, in Balance für Aktivität und Leistung. Zelebriere immer wieder Göttliches Nichts-Tun, In-die- Luft-Gucken!

Ego ist ein anderes Wort für Illusion oder falschen Glauben.

Du kannst Dich jederzeit entscheiden, ob Du an das Ego glaubst und seine Stimmen oder an Dein Göttliches Selbst. Glaube nicht mehr an die Egostimmen, sondern richte die Aufmerksamkeit auf Dein wahres Selbst.

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