Der Geist des Tantra ist das sinnliche Spiel der Gegensätze

Der Geist des Tantra ist das sinnliche Spiel der Gegensätze

Im Tantra gibt es keine Trennung zwischen innerer und äußerer Welt. Beide bedingen sich gegenseitig. Die Essenz des Tantra ist das Aufhören aller Gegensätze in der Verschmelzung der Liebe. Seine Bewegungen sind das Zusammenspiel dieser Gegensätze. Geschehnisse und Wandlungen sind die Ergebnisse der Wirkungsweise von Yin und Yang, den weiblichen und männlichen Ur-Elementen, die alles kosmische Geschehen, polar beeinflussen. Die alten Weisen des Tantra verglichen die Wirkungsweise von Yin und Yang mit Mond und Sonne. Sie erklärten:

Wenn der Vollmond seinen vollen Stand überschritten hat, bewegt er sich wieder zur Erscheinungsweise des Neumondes hin und wenn die Sonne zu Mittag den Zenit erreicht, begibt sie sich bereits wieder zur Ruhe, bewegt sich in Richtung Untergang. 

Mit anderen Worten gesagt, bedeutet das Erreichen eines Zustandes bereits den Übergang zu einer neuen Phase der Existenz, denn im Tod liegt neues Leben begründet, wie im Neugeborenen der Tod bereits Pate steht (KALI). Für die Weisen des Tantra ist der Tod nicht in erster Linie der Zerfall des Körpers. Tod bedeutet in Wirklichkeit das Aufhören des EGOS, ein Vorgang, den der Mensch des Tantra, bereits zu Lebzeiten zu verwirklichen sucht. Ist dieses künstliche Gebilde des Ich erst aus unserem Dasein verschwunden, können wir aus unserem Selbst heraus leben, und das ist wahrhaftiges Leben, weil es aus einer Dimension erfolgt, die nicht mehr der Zeit unterworfen ist.

Ohne Ego leben bedeutet natürlich leben. Wer sich aller Handlungen gegen die Natur enthält, sich nicht mehr gegen den Strom der SHAKTI stellt (Kundalini = Urkraft der Natur), sich entsagt, neben dem Strom stehenzubleiben, (was er tut, wenn er ewig in Gedanken der Vergangenheit und Zukunft gefangen ist), der steht in Harmonie mit dem Kosmos, und all seine Handlungen werden erfolgreich sein.

Wenn Du dann in einem unbeschwerten geistigen Zustand so richtig fröhlich und voller Vitalität im  Heute, im Hier-und-Jetzt lebst, ohne an gestern oder morgen auch nur zu denken – dann ist die Zeit für wahre Meditation gekommen.

Das Leben im Tantra ist eine heitere Sache, nicht bierernst und nicht streng. Fasse Deine Existenz eher als Spiel auf, statt sie voller Selbstmitleid als Wandel durch ein Jammertal anzusehen. Tue als Tantrikerin/Tantriker alles so leicht als ob Du selbst eine schwebende Feder seist.

Die gewünschten Dinge geschehen von selbst und Schöneres, so leicht, so einfach kann es sein, wenn Du nur verstehst, wie man loslässt.