Lucian's Tantra-EssaysTantra Gruppe Kreis, Schulung im Tantra

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Ich widme das März-Essay Whitney Houston, die am 11.2.2012 verstarb.

Sie war die großartigste Popsängerin, die je lebte. Keine hatte eine reinere, kraftvollere Stimme mit so großer Bandbreite. Sie berührte die Menschheit so tief im Herzen mit „I will always love you…“.

Wie sehr sie uns bereicherte mit diesem hohen Niveau und dieser Qualität! Die Erde ist ärmer ohne sie. Leider setzt die Popmusik heute mehr auf Aussehen und Show als auf musikalische Qualität.

Wir leben heute in einer Kultur, in der „mehr“ mit „besser“ verwechselt wird.

Die Menschen meinen: Mehr zu haben, wäre besser zu sein.

Die klassische Frage des Philosophen Erich Fromm: ‚Haben oder Sein?’ hat sich anscheinend heute bei einem Großteil der Kultur mit „Haben“ beantwortet.

Die fehlende Erziehung mit Werten und Grenzen führt dazu, dass die Manipulations-Maschinerie von Werbung und Marketing eine große Macht über die Menschen ausübt. Die Werbung möchte durch „Marken“ und „Labels“ den Menschen eine Identität geben. „Ich bin wer, weil ich mir diese oder jene Marke leisten kann, diese oder jene Artikel benutze oder diese oder jene Internet-Plattformen.“ Diese psychologische Manipulation kann nur funktionieren bei Menschen, die vergessen haben, wer sie wirklich sind; bei Menschen, die sich von ihrem göttlichen Kern weit entfernt haben.

So will die Werbung also bei Menschen eine neue künstliche, übergestülpte Identität schaffen, auf die der Mensch stolz sein soll, durch die er sich definiert.

Die gleiche Gehirnwäsche wird noch durch die Politik verstärkt, die Menschen dahingehend manipuliert, der „political correctness“, dem „common sense“ der allgemein anerkannten, politisch korrekten Meinung zu folgen:

Man denkt, man glaubt, man hat zu denken als moderner aufgeklärter Mensch…

z.B. dass Energiesparbirnen die Erde retten oder Elektroautos das generelle Energie- und Umweltproblem lösen; oder 5% mehr Ethanol im Benzin die Welt besser machen, oder dass es die Lösung für die moderne Frau ist, immer mehr zu arbeiten und die Kinder – wenn überhaupt noch vorhanden – in Kindertages-stätten abzuschieben und von Bezahlkräften betreuen zu lassen.

Das ist wissenschaftlich objektiv gesehen alles kompletter Unsinn, was jeder Mensch mit Verstand auch sofort einsieht, wenn er/sie die „allgemein propagierten Meinungen“ einmal hinterfragt.

Tantra ist das Gegenteil davon, sich politisch korrekt zu verhalten. Tantra ist das Gegenteil davon, als Schaf in der Herde mitzutraben, nur „um jemand zu sein“. Aber diesen Jemand gibt es nicht.

Jeder ist so original und einzigartig und braucht deshalb auch originale und einzigartige Einstellungen und Verhaltensweisen, die zu ihm/ihr passen um glücklich zu sein.

Vor allem schenkt der Konsum von Waren und Dienstleistungen, was man macht, um „hip“ zu sein, nur sehr kurzes, oberflächliches Glück. Die Meinung der TV-Shows und des Common Sense zu vertreten, bringt Dir Zugehörigkeit zur Herde. Aber darüber solltest Du in Deiner Entwicklung hinaus sein. Der Hunger bleibt. Die Sehnsucht frisst sich in die Menschen noch tiefer hinein. Die Sucht lauert hinter jeder Ecke.

Das Versprechen der Medien wird an keiner Stelle eingelöst. Nie.

So tappen die Menschen noch mehr im Dunkel. Wo sie doch eigentlich getrieben von der wahren Sehnsucht nach der Verwirklichung ihres göttlichen Selbst – das Licht suchen; unabhängig von allem Äußeren, das immer vergänglich ist und daher niemand wirklich darauf bauen kann.

Durch regelmäßige Übung einer spirituellen Disziplin, die zumindest Danken und Beten beinhalten sollte, wird der Mensch achtsamer und sein Mitgefühl steigt. Die Projektion des Glücks in das Außen wird immer mehr zurückge-nommen, um es innen immer mehr zu finden.

Nein, wir Tantriker sind keine Kostverächter. Wir sind keine Mönche und keine Asketen mit verkniffenen Mundwinkeln. Wir suchen den höchsten Genuss und verachten auch das Äußerliche nicht. Die Welt mit all’ ihren Genüssen kann aber erst dann richtig gekostet und zelebriert werden, wenn der Standpunkt im inneren Selbst ist.

Erst dann können Auto und Haus, die schicke Tasche, der Urlaub, das feine Essen und die tollen Schuhe Dich wirklich erleuchten.

Aber ebenso der Tautropfen auf einem Grashalm am morgen oder die Form der vorbeiziehenden Wolke, wenn Du mit Deiner ganzen Achtsamkeit dort hineintauchst.