Was ist WU WEI? Zum Beispiel:

Der Zustand des Annehmens der Hilflosigkeit, in dem Menschen in verzweifelten Lebenskrisen aufgehört hatten zu kämpfen im Bewusstsein ihrer Ohnmacht, wo dann urplötzlich mit Gewalt die Wende eintrat.

Hier können wir die Macht des TAO erkennen, nämlich wenn der Mensch bereit ist, sein Unvermögen anzunehmen, anstatt sich in ewiger Kraftmeierei zu ergehen. Der Mensch des TAO, kennt seinen  Partner, weil er sich ihm öffnet, ihn aus Beobachtung erfährt und dessen Eigenheiten und Wesen in der Folge angenommen hat, ohne den Wunsch, etwas zu verändern, ohne Herrschaft ausüben zu wollen. Er lässt den anderen sein, wie er eben ist. Genau das ist Tantra! Den anderen zu respektieren, ohne ihn bevormunden zu wollen, mit ihm zu leben und ihm freie Entfaltung seines Eigenlebens zu gestatten, das ist Liebe, wie wir sie im Tantra verstehen.

Für die Tantrikerin, den Tantriker ist Arbeit jeder Art Erfüllung. Sie üben die Tätigkeit um ihrer selbst willen aus, nicht, um zu einem Ende zu kommen. Dies ist  ein sehr wesentliches Merkmal des TAO: nichts tun aus einem willkürlich gefassten Motiv heraus. So fassen wir unsere Arbeit auf. Wir tun sie. Gut und sorgfältig, ohne Hast und ohne uns  auf Druck von oben zu konzentrieren. Ehrgeiz ist dem Menschen des TAO fremd. Er nimmt nicht teil, an diesem Wettlauf um Macht und Besitz. Es ist ihm genug, er selbst zu sein, und was er im Leben braucht, das fließt ihm zu, auch ohne, dass er an den Klimmzügen der anderen teilnimmt.

Aus seinem inneren Reichtum heraus wird er niemals mit Mitteln der Gewalt oder Hinterlist etwas zu erreichen versuchen. Das hat er aber auch nicht nötig. Wenn er Verhandlungen führt, tut er dies aus einem Zustand vollkommener Gelassenheit. Er operiert aus der Kraft seiner Mitte und wird meist erreichen, was er sich vorgenommen hat. Wenn ihm ausnahmsweise  Dinge misslingen, akzeptiert er dies einfach, ohne hinterher nach dem WARUM zu fragen, denn irgendwann stellt sich später heraus, wie gut es war, dass ein Ereignis anders auslief, als er es sich vorgestellt hatte.

Nur wenn wir den Verstand und die Willenskraft ausschalten (aber nicht die Bewusstheit und Achtsamkeit) geben wir dem Leben, dem Göttlichen, der Intuition die Chance FÜR UNS zu wirken und uns zu beschenken. Das ermöglicht es uns, in der Leichtigkeit und Freude zu verbleiben, anstatt im Überlebensmodus weiter zu strampeln. Die meisten sind so schnell dass das Glück sie niemals einholen könnte. Und das, was so schnell ist, ist immer der Kopf. Und viele jammern zwar jahrein jahraus darüber, dass sie überlastet sind und unter dem (selbstgemachten) ewigen Druck leiden, aber wenn sie nicht selbst anfangen, Dinge abzugeben oder zu beenden oder einfach nur still zu halten, hat das große Leben keine Chance die  Dinge perfekt FÜR UNS zu organisieren.

Sobald wir gelernt haben, wie man im Hier und Jetzt lebt, können wir aufhören zu kämpfen. Für alle Zeiten. Wer kämpft, vergeudet Kraft, denn in dem Maße, wie ich mich um das Erreichen eines Zieles bemühe, entzieht es sich mir, und es treten Gegenkräfte auf, die sich genauso vermehren, wie er den eigenen Kraft-Einsatz vermehrt. Glaubt mir bitte, alle Dinge, die Du Dir wünschst, werden Dir von ganz alleine zufallen, sobald Du aufhören kannst darum zu kämpfen.

Wir entwickeln im Tantra mehr und mehr die Unabhängigkeit und Freiheit von materiellen Bedürfnissen.

Erst wenn Du vom krampfhaften Anklammern an Wünsche Abstand genommen hast, da erlebst Du eines Tages plötzlich, dass die Erfüllung Dir ganz nahe gekommen ist, und Du nur noch zuzugreifen brauchst.

Das ist der weibliche Weg des Tantra, magnetisch anziehen und kommen lassen in Empfänglichkeit und Offenheit und Dankbarkeit für die kleinen und großen Geschenke des Lebens!