Lucian's Tantra-EssaysZeichung eines Tantra Lehrers

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Gemälde von Antonio & Lucian

Heute lasse ich einmal eine Teilnehmerin sprechen. Du bekommst einen Eindruck wie sich so ein Tantra-Seminar auswirkt, wenn jemand mit offener Haltung die Rituale durchläuft:

(aus Datenschutzgründen ist der Name natürlich abgeändert)

Hallo Lucian,

Du hattest mich angerufen und mich um Rückruf gebeten.

Telefonieren ist bei mir leider schlecht möglich: tagsüber geht gar nicht und Abends bin ich meistens unterwegs. Daher antworte ich Dir jetzt per mail.

Dein Seminar hat mir extrem gut gefallen, vielen Dank! Ich war ja diesmal erstmals alleine da – ohne Freund und ohne Partner. Das war wirklich klasse! Endlich konnte ich mal richtig in meinen eigenen Prozess einsteigen und vor allem endlich wieder zu meinen Gefühlen finden. In diesen bin ich dann noch die komplette letzte Woche weitergeschwelgt – und schwelge ich noch immer. Ich bin wie ausgetauscht. Auch habe ich den Eindruck, meine Sensibilität ist extrem angestiegen, v. a. auch, was Energien anbetrifft – und so habe ich den Eindruck, viel mehr auf der energetischen Ebene wahrzunehmen als vor allem in den letzten Jahren, wo ich wie mir heute so vorkommt in so einer Art Dornröschenschlaf versunken war, zumindest was meine Gefühle und Energien anbetraf. Habe den Eindruck, ein komplett reduziertes Leben gelebt zu haben. Jetzt begegnen mir auch, wie mir scheint, immer irgendwie die richtigen Menschen – ein bisschen so wie in dem Buch ‘die Prophezeiungen von Celestine’ – falls Du das kennst…? Vor allem immer in den für mich gerade passenden Energien. Aber ich achte nun auch viel mehr darauf, welche Energien mir grade gut tun. Seit dem Seminar tanze ich auch wieder mehr, was mir extrem gut tut und mich super unterstützt. Dort habe ich den Unterschied auch festgestellt: ich spüre viel mehr in mich hinein, ob gerade Dynamik ansteht oder Stille, Wildheit oder Sanftheit – und finde dadurch auch viel öfter Gleichgesinnte (auch ohne danach direkt zu suchen, das wünschen reicht meistens schon). Sie finden sich einfach und ich erkenne sie auch, ob das Männer sind oder Frauen, alt oder jung, groß oder klein: es passt einfach auf energetischer Ebene, ob es ein Lächeln ist, ein gutes Gespräch, eine Berührung. Das ist wirklich fantastisch… Ich komme mir dadurch irgendwie ‘ganz’ vor: ich habe den Eindruck, das alles sein darf – und mache die Erfahrung, dass mich andre auch so sein lassen können (ganz im Gegenteil zu meinen elterlichen Erfahrungen, die ich leider bei meinem jetzigen Freund in den letzten Jahren dann auch nochmal erleben ‘durfte’).

Ein bisschen Vorarbeit habe ich vor dem Seminar allerdings auch schon geleistet: vor allem wohl die zumindest vorerst mal visuelle Trennung von meinem Freund (ich glaube heute, unsere Energien waren und sind absolut kontraproduktiv und versuche ihm nun auszuweichen soweit das in unserer gemeinsamen Wohnung überhaupt geht – was leider bei ihm nach einer gewissen auch von ihm gewünschten Distanz nun wie mir scheint wieder Kontrollzwänge auslöst, die ich schier unerträglich finde – ich bekomme dabei den Eindruck, er nimmt mir meine Lebendigkeit, unterbindet meinen Wachstum… – ich weiß nicht, wie ich das so lange ausgehalten habe – und natürlich nicht, wie ich jetzt damit umgehen soll, das ist wirklich ein bitterer Wehrmutstropfen!), aber ich glaube auch, das meine Ernährungsumstellung ein wenig beigetragen hat: ich esse seit ca. 4 Wochen viel weniger und auch das trägt m. E. immens zu meiner Sensibilität – ja, ich würde sogar sagen: Weiblichkeit, aber auch Verletzlichkeit bei. Ich weiß nicht, ob Du von dergleichen Erfahrungen schon gehört hast?

So, das war jetzt sicher viel für ein mail. Und ehrlich gesagt weiß ich gar nicht so recht, was Du eigentlich wissen wolltest…? Wenn Du noch Fragen hast: nur zu. Ich werde sie alsbald möglich per mail beantworten…

Deine Anna

Ich weiß nicht mehr, was ich darauf geantwortet habe. Heute könnte ich sagen:

Liebe Anna,

das Wohlbefinden und die Liebe sind in Dir. Nicht dort draußen und nicht im Partner. Das hast Du nach dem Seminar gespürt. Wenn Du mit Dir eins bist, bekommst Du nur positive Dinge von der Umwelt gespiegelt. Das ist ein sehr erstrebenwerter Zustand. Selbst wenn Du irgendwann herausfällst, kannst Du dorthin immer wieder zurückkehren. Weil Du es einmal gefühlt hast.

Ich unterstütze langdauernde Beziehungen. Und: Es kann sein, dass zwei Menschen einfach nicht zueinander passen. Dann kann selbst große Liebe nicht ausreichen, die Abgründe zu überbrücken. Das würde heißen, dass Beziehung nur noch Anstrengung und Selbstzerstörung ist, statt Glück, Leichtigkeit, Genießen. Letzteres sollte aber auch immer da sein, oder?

Das wichtigste Hilfsmittel, um in den Zustand des Einsseins zurückzukehren ist:

Mitgefühl mit Dir selbst. Das wünsche ich Dir von Herzen für das neue Jahr!

Dein Lucian