Tantra – geerdete Spiritualität

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Wenn Du spirituell bist, kannst Du nicht sexy, nicht ehrgeizig sein und
keinen Spass haben. Und genau das ist nicht wahr.“
Madonna (Interview Oktober 2005)

Wie Recht Madonna damit hat, das ist eine 100%ig tantrische Einstellung, nämlich innere und äußere Schönheit zu verbinden. Ebenso inneren und äußeren Reichtum zu verbinden. Spirituell-sein heißt nicht, untätig zu sein oder in einer Höhle zu sitzen, spirituell-sein ist aktive Meditation im Alltag, es ist Handeln aus der Herzensmitte. Was soll das heißen, „Herzensmitte“? Es ist ein Handeln ohne übertriebene Absicht, ohne Gier und auch ohne Angst. Handeln aus innerer Führung, die Deine schönsten Fähigkeiten und Potentiale zum Wohle aller Menschen herausfordert.

Spirituell leben, heißt vor allem auch, sich nie selbst zu vergewaltigen oder abzuwerten. Da hilft oft das „Nein“ zu anderen als „Ja“ zu sich selbst. Spirituell sein ist, immer wieder tiefes Mitgefühl für sein eigenes EGO aufzubringen, was nicht heißt, den EGO-Impulsen immer nachzugeben, sondern sie zu verstehen. Durch dieses Verstehen, bist Du raus aus dem „Affenkäfig“, raus aus dem „Hamster-Laufrad“ der eigenen neurotischen Gedanken der ständigen „ich muss…“ und „ich soll…“-Sklaverei.

Deshalb darf der tantrisch lebende Mensch unbedingt hohe Ziele im Leben haben und sie auch mit aller Kraft anstreben – was Madonna mit „ehrgeizig“ bezeichnet. Und er/sie darf sich dem Spass und der Freude täglich hingeben – neben der Ernsthaftigkeit und der schmerzlichen Tiefe, die manches Mal unumgänglich sind. Dieser Spass ist oft ganz profan. Es gibt also im Tantra keine „schlechten Freuden“. Es sei denn du schadest anderen damit oder zerstörst Dich selbst.

Wie kann ich täglich mehr Spass und Freude in mein Leben einladen? Dabei ist der routinierte Konsum von Unterhaltung – TV, Kino, Essen sicher der ungünstige Weg – wenn es zum Dauerzustand wird. Das Üben von Künsten hingegen ist der Weg der Erfüllung mit Freude – Massage, Tanz, Musik, Malerei, Dichtung, Yoga, Sport, Sauna und Badehaus, der Kontakt zur Natur alles das bringt Dir Erfülltheit, die Substanz hat. Anstatt immer nur die schöpferischen Ergüsse anderer uns anzuschauen oder anzuhören, ist es ungemein viel befriedigender selbst schöpferisch zu werden in unserer Freizeit neben der Haupttätigkeit.

Dafür brauchst Du neue Entscheidungen und die Entschlossenheit, Dich an Deine Entscheidungen zu halten. Dafür opferst Du kleinere Freuden für die größeren Freuden, denn die Begrenztheit der Erde zeigt uns, dass wir nicht alles machen können, zumindest nicht gleichzeitig.

Für diese Entscheidungen und die Umsetzung – so sagen Viele – fehlen Ihnen: Zeit, Kraft, Geld…

Wo sollst du also diese Energie herbekommen?

Die Lösung ist: Durch Zusammensein mit Gleichgesinnten, das inspiriert, das zieht hoch im Energieniveau, in Deiner Schwingung. Niemand ist alleine so gut, wie wir alle zusammen. Darum wähle die richtigen Freundschaften und besuche die richtigen Gruppen.

Begehren heisst Ehren

Eva schreibt an ihre beste Freundin:
„Du machst Dir keine Vorstellung, wie unersättlich Hans-Udo in der Liebe ist. Wir machen Liebe praktisch rund um die Uhr, er lässt mir keine Verschnaufpause, wir tun es tags und nachts, während ich Hausarbeiten mache, putze, staubsauge, koche oder Geschirr spüle. Gib mir doch einen Rat. Schreibe mir bald und entschuldige bitte meine ruckartige Schrift!
Deine Eva“

Ehepaar im Bett. Mitten in der Nacht macht er das Licht an. Er nimmt ein Glas, füllt Wasser ein und tut noch eine Tablette rein. Anschließend weckt er seine Frau: „Du Liebling, Deine Medizin.“
„Hmmmm…?“
„Es ist Zeit für Deine Medizin!“
„Hmmm…? Was für ’ne Medizin?“
„Na, für Deine Kopfschmerzen.“
„Aber ich habe doch keine Kopfschmerzen.“
„Na dann!…“

„Begehren heisst Ehren.“ Den Satz hörte ich neulich und als ich die Bedeutung verstand, hat es mich umgehauen, im Positiven. Wow, da hat jemand etwas ausgedrückt, was ich schon immer tief innen gefühlt habe. Dein Begehren kann Dir auch den Weg weisen. Viel schlimmer ist es, wenn wir kein Begehren fühlen…für unsere Lebenspartner, für unseren Beruf für unsere sinnerfüllte Tätigkeit.

Tantra sagt: „Stürze Dich hinein!“ statt „Halte Dich heraus…“.

Das alt-indische „Kama-Sutra“ – ein Liebeslehrbuch – heisst wörtlich: „Leitfaden des Begehrens“. Sein Ursprung liegt noch vor der tantrischen Zeit im 4. oder 5. Jahrhundert nach Christus in Indien, es ist also rund 1500 Jahre alt, der Autor, Vatsyayana. Hier sind unzählige Weisen aufgezeigt, wie Mann und Frau sich und anderen Lust verschaffen können. Das Kamasutra lehrt, dass in jedem Verlangen, die Möglichkeit zur Erfüllung enthalten ist. Es sagt, dass auch unsere Lust heilig sei und wir auf der Erde leben, um unsere Wünsche zu erfüllen. Vatsyayana wörtlich: „So wie in der Liebe Abwechslung notwendig ist, bringt Abwechslung ihrerseits Liebe hervor.“ Hier geht es auch um unglaublich viele Liebesstellungen. Aber das Kamasutra ist viel mehr als die Beschreibung von Liebestechniken. Es ist das ganze Klima einer Liebesparade beschrieben, in der die Augen, die Hände, Düfte, Farben, Juwelen, Gedichte, Musik eine Rolle spielen. Da sind alle Gefühlsnuancen, Tonarten des Begehrens und Rituale der subtilen Annäherung beschrieben. Darüber hinaus geht es auch um soziale Verhaltensregeln und spirituelle Anweisungen.

Mit den wunderschönen Worten aus dem Kinofilm: Kamasutra schliesse ich meine Dezember-Botschaft – möge sie Dich beflügeln…

Wenn Du die wahre Liebe finden willst, dann hast du die schwierigste Aufgabe gewählt. Die Aufgabe, für die alle andere Arbeit nur die Vorbereitung ist. Ergebenheit allein kann nicht der Sinn der Liebe sein, oder gar sich selbst zu verlieren…

Jetzt, da ich die Liebe kenne, werde ich alle Dinge kommen und gehen lassen, werde ich so geschmeidig sein, wie der Wind und alles, was kommt, mit großem Mut auf mich nehmen. Mein Herz ist so offen, wie der Himmel. Das Leben hat immer Recht.

Mit herzlich-tantrischen Grüssen aus Engelskirchen

Dein Lucian

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